Potter trägt cowboyhut und schickt schweden mit isak und gyökeres gegen tunesien ins duell
Mit einem breiten Grinsen und einem schwarzen Stetson schritt Graham Potter über das Trainingsgelände in Dallas. „Neuer Sheriff in der Stadt“, kommentierte der schwedische Verband knapp auf X – und löste eine Lawine aus Emojis, Memes und Spottkommentaren aus. Doch hinter der Gag-Attacke verbirgt sich ein echter Plan: Potter will die Aufmerksamkeit von der Last des Eröffnungsspiels ablenken.
Frisches duo im angriff
Am Montag (4.00 Uhr MESZ, MagentaTV) trifft Schweden im Estadio BBVA in Monterrey auf Tunesien. Die Rollen sind klar verteilt: Alexander Isak und Viktor Gyökeres sollen den Schwung aus der Qualifikation mitnehmen. Gyökeres, einst bei St. Pauli verkannt, heute bei Arsenal gefeiert, schoss die Blågult mit neun Treffern ins Turnier. „Er hat uns zur WM geführt, sein Einfluss ist enorm“, schwärmte Potter und ließ den Hut kurz in der Hand kreisen.
Isaks Saison war eine einzige Warteschleife: Adduktoren, Sprunggelenk, Oberschenkel – die Verletzungen häuften sich. Trotzdem startet er. „Ich kenne ihn gut, er ist ein Vollprofi, der seine Schmerzen runterschluckt“, betonte der Trainer, während Gyökeres neben ihm Paraden aus Dribblings zeigte. Das Duo ist ungleich, aber komplementär: Isak spielt zwischen den Linien, Gyökeres stürmt in die Tiefe.

Der hut bleibt, egal was kommt
Potter hatte angekündigt, den Cowboyhut zu tragen, wenn Schweden sich qualifiziert. Das Versprechen hält er – auch wenn die Kommentarspalten lachen. „Ich nehme jedes bisschen Leichtigkeit mit“, sagte er und zog die Krempe tiefer in die Stirn. Die Sonne über Texas brennt, die Erwartungen auch. Tunesien wartet mit aggressiver Pressing und schnellen Kontern.
In den letzten Trainingseinheiten testete Potter zwei Varianten: ein 4-3-3 mit Isak als falsche Neun und ein 4-4-2 mit Gyökeres als Spitze. Die Entscheidung fällt erst kurz vor dem Anpfiff. Eins steht fest: der Hut bleibt. Und damit auch die Message – Schweden ist nicht mehr das defensive Kollektiv von gestern, sondern ein Team mit Mut und einem Sheriff, der selbst spottet, statt sich spotten zu lassen.
