Potapova: medienboykott bei french open ist „irgendein unsinn“
Paris – Während sich einige Topstars bei den French Open in einem ungewöhnlichen Protest gegen die Preisgelder äußerten, hält Anastasia Potapova diesen Schritt für wenig zielführend. Die russische Tennisspielerin, die seit diesem Jahr für Österreich antritt, kritisierte den Medienboykott scharf und bezeichnete ihn als „irgendein Unsinn“. Der Medientag in Roland-Garros war von kurzfristigen Abbrüchen von Pressekonferenzen geprägt, initiiert von Spielern wie Aryna Sabalenka, Novak Djokovic und Alexander Zverev.

Ein ungewöhnlicher protest: wer soll hier bestraft werden?
Potapova, die sich auf ihr Auftaktmatch gegen Maya Joint vorbereitet, zeigte sich überrascht und enttäuscht über die Aktion. „Wenn ich meine ehrliche Meinung sagen darf: Ich glaube, die Medienleute haben nichts mit unserem Preisgeld zu tun. Sie bezahlen uns doch nicht, oder?“, fragte sie rhetorisch. Die 25-Jährige betonte, dass ein Boykott der Medien angesichts der gemeinsamen Abhängigkeit vom Turnier keinen Sinn ergibt. „Wie sollen wir jemanden boykottieren, der ebenfalls von demselben Turnier bezahlt wird?“, so Potapova.
Die an Nummer 28 gesetzte Spielerin machte deutlich, dass sie sich nicht an dem Protest beteiligen wird. „Ich bin hier und rede mit euch so viel ich will. Und so viel, wie ihr auch möchtet“, erklärte sie, und unterstrich damit ihre Bereitschaft, den Medien offen gegenüberzustehen. Beobachter vermuten, dass der Protest eher als eine „Botschaft der Einheit“ denn als ein gezielter Medienboykott zu verstehen sei, doch Potapova scheint sich davon nicht beeindrucken zu lassen.
Die Preisgelderfrage bei den Grand-Slam-Turnieren ist ein seit längerem bekanntes Problem, und die Reaktion der Spieler zeigt die wachsende Frustration über die Verteilung der Einnahmen. Während einige Spieler zu drastischen Maßnahmen greifen, setzt Potapova auf eine offene Kommunikation und vermeidet es, sich an Aktionen zu beteiligen, die ihrer Meinung nach die falschen Personen treffen. Die kommenden Tage werden zeigen, ob der Protest weitere Nachwirkungen hat und wie sich die Situation weiterentwickelt.
