Portugal im wm-chaos: ronaldo-kritik und playa-skandal überschatten das turnier
Die Weltmeisterschaft in Katar steht für Portugals Nationalmannschaft unter keinem guten Stern. Neben der überraschenden Entlassung von Trainer Roberto Martínez nach dem Turnier brodeln intern Spannungen, die nun öffentlich ausbrechen. Ein fragwürdiges Verhalten vor dem ersten Spiel, ein müder Unentschieden gegen die Demokratische Republik Kongo und nun die explosiven Aussagen eines jungen Spielers über das vermeintliche Übergewicht von Cristiano Ronaldo – die Situation in Portugal ist angespannt.
Joao neves' worte schüren die debatte
Der jüngste Ausbruch betraf die Äußerungen von Joao Neves, dem gefeierten Matchwinner im ersten Spiel gegen die DR Kongo. In der Mixed Zone erklärte er, dass Cristiano Ronaldo, obwohl ihm alle dankbar seien, nun eben „nur ein Spieler“ im Team sei, der wie alle anderen mithelfen solle. Diese scheinbar harmlose Aussage wurde von vielen Seiten als versteckte Kritik an der vermeintlichen Sonderstellung des portugiesischen Superstars interpretiert. Es ist ein sensibles Thema, denn die Erwartungen an Ronaldo sind enorm – und die Leistungen bisher hinterließen zu wünschen übrig.
Die Situation wird durch die Wortwahl von Katia Aveiro, Cristiano Ronaldos Schwester, noch verschärft. Sie beklagte in den sozialen Medien, dass ihre Familie plötzlich „magisch“ die Fähigkeit verloren habe, Bälle zu erobern, Duelle zu gewinnen und Konter zu fahren. Ein deutlicher Seitenhieb auf die Leistung des Teams und implizit auch auf das Verhalten von Ronaldo.

Rúben dias versucht, die wogen zu glätten
Nach einer Trainingseinheit versuchte Rúben Dias, Verteidiger von Manchester City, die Situation zu beruhigen. Er betonte, dass Cristiano Ronaldo weiterhin ein „Brennpunkt der Aufmerksamkeit“ sei, aber dass er sich wie alle anderen im Team fühle und die Verantwortung teile. Er wies zudem jede Spekulation über eine interne Krise zurück und erklärte, dass das Team in der Lage sei, sich kontinuierlich zu verbessern. „Es gibt kein Thema, es ist unwichtig“, so Dias mit Nachdruck.

Der playa-skandal und die medien
Ein weiterer Streitpunkt ist der Ausflug der portugiesischen Nationalmannschaft an einen Strand in Miami nur drei Tage vor dem ersten Spiel. Rúben Dias verteidigte das Verhalten der Mannschaft und kritisierte die Medien dafür, dass sie die Situation falsch dargestellt hätten. „Ein großer Teil der Schuld liegt bei euch, bei allen von euch, wegen der mangelnden Information der Leute, die alles teilen, was ihr teilt. Es ist auch eure Pflicht, korrekt zu informieren. Ich finde es mehr als normal, ich finde es vorteilhaft“, erklärte Dias.

Die aufgabe gegen usbekistan
Trotz aller Turbulenzen ist Portugal noch gut im Rennen um den Gruppensieg. Ein Sieg gegen Usbekistan am Dienstag und gegen Kolumbien könnte den Einzug ins Achtelfinale sichern. Die Spieler scheinen entschlossen, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und die internen Probleme auszublenden. Doch die Frage bleibt, ob die portugiesische Nationalmannschaft die mentale Stärke besitzt, um die aktuelle Krise zu überwinden und ein erfolgreiches Abschneiden bei dieser Weltmeisterschaft zu erreichen. Die kommenden Tage werden entscheiden, ob sich die portugiesische Mannschaft aus dem Chaos befreien kann oder ob die internen Konflikte einen entscheidenden Einfluss auf das Abschneiden des Teams haben werden.
