Portanova droht sechs jahre haft – staatsanwalt fordert verurteilung
Die Generalstaatsanwaltschaft Florenz pocht auf sechs Jahre Gefängnis für Manolo Portanova. Die Anklage forderte am Freitag die Bestätigung des Ersturteils wegen Gruppenvergewaltigung. Der Mittelfeldspieler von Reggiana muss sich am 16. April vor dem Berufungsgericht verantworten. Danach beraten die Richter hinter verschlossenen Türen.

Die tatnacht vom 20. auf den 21. mai 2021
Die Vorwürfe sind brisant. Laut Anklage vergingen sich Portanova und zwei Komplizen an einer damals 22-Jährigen in einer Ferienwohnung in Castelfiorentino. Das Opfer hatte sofort Anzeige erstattet. Das Urteil des Landesgerichts fiel im Oktober 2023: sechs Jahre Haft für den heute 24-Jährigen, zwei Jahre Bewährungsstrafe für die Mittäter. Die Verteidigung legte sofort Revision ein.
Seitdem ist Portanova auf freiem Fuß, trainiert mit Reggiana mit. Der Klub zahlte eine Kaution von 150.000 Euro, um ihn vom Untersuchungsgefängnis zu holen. Die Serie-B-Mannschaft stuft den Fall intern als „Privatangelegenheit“ ab, doch die Tribünen pfeifen ihn aus. Sponsoren drängen auf eine Trennung, sollte das Berufungsurteil gegen ihn ausfallen.
Die nächste Woche wird eng. Portanovas Anwälte wollen Indizien aus dem DNA-Gutachten zerpflücken. Die Staatsanwältin wirft ihnen „taktische Verzögerung“ vor. Die Beweislast liegt laut Gutachten klar beim Angeklagten: Sperma, Hautzellen, Chatverläufe – alles belastet ihn. Die Verteidigung beharrt auf Einvernehmlichkeit. Das Opfer sagte vor Gericht aus, sie habe mehrfach „Nein“ gerufen.
Ein Freispruch wäre ein Debakel für die Staatsanwaltschaft. Eine Verurteilung würde Reggiana zwängen, den Vertrag zu kündigen. Die Ablöse, die Juventus 2022 für die Leihe kassierte, wäre futsch. Portanovas Marktwert lag zuletzt bei 1,2 Millionen Euro – ein Preis, der sich in Asche verwandeln könnte.
Die Causa spaltet ganz Italien. Social-Media-Kanäle fluten mit Hashtags wie #PortanovaOut oder #PresunzioneDiInnocenza. Die Serie B droht ein Imageschaden, sollte sie nicht reagieren. Liga-Chef Mauro Balata kündigte ein Disziplinarverfahren an, falls das Urteil rechtskräftig wird. Die Saison läuft, der Ball rollt – aber der Fall bleibt.
