Porsche-geheimnis gelüftet: bin ladens unberührter 911?

Ein seltener Porsche 911 Carrera RSR 3.8 aus dem Jahr 1996 taucht auf dem Markt auf – und mit ihm eine schwindelerregende Geschichte, die von einer anonymen Quelle kolportiert wird: Sollte der Wagen tatsächlich in den Besitz der Familie Bin Laden gelangt sein, wäre dies eine Sensation, die den Wert des Fahrzeugs ins Unermessliche treiben würde.

Ein rennwagen für die spezialeinheiten

Dabei ist der Wagen selbst schon eine Rarität. Von dem 3.8-Liter-RSR wurden lediglich 51 Exemplare gebaut, die hauptsächlich für den Einsatz in der Rennszene bestimmt waren. 48 fanden ihren Weg auf die Rennstrecken, wo sie Siege in den 24 Stunden von Spa, den 1.000 Kilometern von Suzuka und den 24 Stunden von Interlagos feierten. Zwei Fahrzeuge wurden als reine Karosserien verkauft, während die verbleibenden beiden ein ganz besonderes Los erlagen. Ein wohlhabender Sammler orderte gleich sechs Fahrzeuge: zwei 911 Turbo S mit Linkslenkung, zwei identische Modelle mit Rechtslenkung und eben diese beiden Carrera RSR 3.8.

Anders als ihre schmutzigen Geschwister, die auf den Rennstrecken Staub und Öl versprühten, wurden diese beiden Exemplare mit luxuriöser Innenausstattung versehen. Während eines Wagen in klassischem Weiß glänzte, präsentierte sich der andere – das hier gezeigte Fahrzeug mit der Fahrgestellnummer 496107 – in einem auffälligen Farbkonzept: Silberne Karosserie, kombiniert mit einem vollständigen, rot-ledernen Interieur, selbst die Überrollbügel wurden in rotes Leder gehüllt. Ein Detail, das die Exklusivität dieses Fahrzeugs nochmals unterstreicht.

Ein sammlerstück mit nur 10 kilometern

Ein sammlerstück mit nur 10 kilometern

Der Motor des RSR 3.8, ein luftgekühlter Sechszylinder-Boxermotor, leistete in seiner Le-Mans-Konfiguration 380 PS. Das Fahrzeug war mit einem großen Tank (120 Liter), pneumatischen Hebern, einem Beifahrersitz, einem Sperrdifferential, goldenen Bremssätteln und Speedline RS-Felgen ausgestattet. Um das Gewicht zu reduzieren, wurden ein Heckdeckel aus Glasfaser, Türen und Haube aus Aluminium sowie dünnere Scheiben eingesetzt.

Doch dieser 911 Carrera RSR hat nie seine Leistungsfähigkeit auf der Rennstrecke unter Beweis stellen können. Er blieb unberührt, verborgen in einer Garage in London, wo er bis heute lediglich 10 Kilometer auf dem Tacho aufweist – exakt die Strecke, die er vom Werk aus zurücklegte. Tatsächlich befindet sich der Wagen noch im Auslieferungszustand, da er noch mit der Schutzschicht „Cosmoline“ versehen ist, die sich unter der jahrzehntelangen Staubschicht verbirgt.

Die bin laden-connection: ein gerücht mit gewicht

Die bin laden-connection: ein gerücht mit gewicht

Die Geschichte um den möglichen Bezug zur Familie Bin Laden ist eine Fährte, die vor Jahren aufgenommen wurde. Eine anonyme Quelle berichtete von einem Anwalt, der versuchte, die weiße Schwester des Fahrzeugs zu verkaufen, und dass beide Fahrzeuge angeblich von der Bin Laden-Familie erworben wurden. RM Sotheby's hält sich jedoch bedeckt und möchte sich zu dieser Spekulation nicht äußern.

Eine investition in die automobilgeschichte

Eine investition in die automobilgeschichte

Der 911 Carrera RSR 3.8 wird am 8. Juni bei einer Auktion von RM Sotheby's angeboten und wird mit einem Schätzwert zwischen 2,1 und 2,5 Millionen Euro versehen. Ob die Geschichte um Bin Laden den Preis in die Höhe treiben wird, bleibt abzuwarten. Fest steht: Dieses Exemplar verkörpert eine Ära des Motorsports und ist ein begehrenswertes Stück Automobilgeschichte, dessen Wert sich vermutlich noch steigern wird. Der Wagen ist mehr als nur ein Auto – er ist ein Fenster in eine Welt des Luxus, der Geschwindigkeit und des Geheimnisvollen.