Porsche-crash in mailand: 21-jähriger rast in geparkte autos – drei schwerverletzte
Kurz nach sechs Uhr
, da schlägt der Sonntag noch in einen Nebelschleier gehüllt, knallt ein 700-PS-Sportler mitten in Mailand. Eine deutsche Porsche Spyder – Kennzeichen aus Bayern – bohrt sich mit voller Wucht in die Stoßstange eines geparkten Kleinwagens, rutscht seitlich, kippt und bleibt auf dem Dach liegen. Drei junge Menschen sind in dem Wrapp eingeklemmt, Rettungskräfte stemmen die Karosserie mit Hydraulikspreizern auseinander.
Die fakten auf einen blick
Der 21-jährige Fahrer trägt keine Gurte, wird durch die Frontscheibe geschleudert und landet auf der Fahrbahn. Er kommt mit Schädel-Hirn-Trauma und internen Blutungen in die Notaufnahme des Policlinico – Status Rot. Die beiden Beifahrerinnen, 19 und 20 Jahre alt, rutschen unter dem aufgebrochenen Dach hervor, erleiden Wirbelsäulenprellungen und mehrere Rippenbrüche – Status Gelb, Klinik San Carlo. Alle drei überleben, aber die Frage nach dem Warum bleibt.
Erste Zeugen berichten von „Motorengewummer wie auf der Rennstrecke“. Die Geschwindigkeitsmessung steht noch aus, doch die 30-Zone am Corso di Porta Vercellina wurde schon oft zum Schauplatz nächtlicher Drifts. Die Polizia Locale sichert Lackspuren, Bremsstreifen und Dashcam-Videos. Ein Alkohol- und Drogentest ist angeordnet, Ergebnisse liegen noch nicht vor. Die Spyder ist Schrott, drei andere Fahrzeuge Totalschaden – ein Schaden von mindestens 300 000 Euro steht bereits fest.
Der Vorfall wirft ein Schlaglicht auf die Clash-Kultur mancher VIP-Kids, die Mailands Nachtstraßen zur privaten Rennbahn umfunktionieren. Die Stadtverwaltung kündigt sofort temporäre Poller und mobile Blitzer an. „Wir lassen uns nicht länger erpressen von PS-Prolls“, sagt Verkehrsbürgermeister Pierfrancesco Maran. Die Eltern des 21-Jährigen sind aus München angereist, schweigen vor Pressevertretern.
Die Unfallchirurgen geben sich vorsichtig optimistisch: Der Fahrer wird die Nacht überwacht, die beiden Frauen sind außer Lebensgefahr. Doch die Bilder des zertrümmerten Sportwagens kursieren bereits in sozialen Netzwerken – ein abschreckendes Meme und zugleich verstörender Klickköder. Die Staatsanwaltschaft Mailand ermittelt wegen fahrlässiger Körperverletzung und erwartet in 48 Stunden erste Gutachten. Die Message ist klar: Wer mit 250 km/h durch die Stadt jagt, spielt nicht nur mit seinem Leben – er spielt mit dem aller anderen.
