Popp fällt aus – wolfsburgs abschiedstour kippt ins chaos

Alexandra Popp wird abrupt gestoppt. Die 34-jährige Stürmerin zieht sich ohne Gegnereinwirkung eine Muskelverletzung zu und fehlt dem VfL Wolfsburg „einige Wochen“. Der Zeitpunkt ist perfide: Das Champions-League-Viertelfinale gegen Olympique Lyon steht vor der Tür, das Pokalhalbfinale in Jena folgt – und Popp sitzt in der Kabine.

Die verletzung kommt einen monat vor dem abschied

Samstag, 17. Minute in Hoffenheim. Popp geht ohne Fremdeinwirkung zu Boden, humpelt, schüttelt den Kopf. Kein Schlag, kein Foul – nur ein leiser Schmerz, der ihre Saison zerhackt. Was wie ein harmloser Zieher aussah, entpuppt sich als Muskelbündelriss im hinteren Oberschenkel. Die Diagnose: sechs Wochen Pause. Das bedeutet: Kein Hinspiel in Lyon, kein Rückspiel eine Woche später, kein Pokalfight in Thüringen.

Für Popp ist es der schlechteste Timing-Gag ihrer Karriere. Nach 14 Jahren verabschiedet sie sich gerade von der Asche, die sie mitgeformt hat – fünf Meisterschaften, vier Pokalsiege, 123 Tore. Statt eines schönen Endes droht ein Abgang mit Krücke.

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Im Sommer zieht es sie nach Dortmund. Der BVB spielt derzeit Regionalliga West, schielt auf die 2. Bundesliga. Mit Popp soll der Aufstieg kommen, mit Popp soll das Signal an Sponsoren und Fans glühen. Doch wer eine Verletzung mitnimmt, startet mit Handicap. Trainingsstart Juli, erste Pflichtspiele August – der Zeitplan wird knapp.

Wolfsburg wiederum verliert seine Kapitänin, Torschützin und Seele. In dieser Saison steht Popp bei zwölf Liga-Treffern, dazu drei in der Königsklasse. Ohne sie verflüchtigt sich die Druckmaschine. Trainer Tommy Stroot muss umstellen: Svenja Huth rückt ins Zentrum, Ewa Pajor übernimmt die Führung. Die Frage lautet nicht mehr, ob der VfL das Double packt, sondern ob die Maschine ohne Popp überhaupt noch läuft.

Die Antwort bekommt er schon am Dienstag in Lyon. Dann steht Popp in Trainingskluft an der Seitenlinie, statt auf dem Rasen. Ihre Abschiedstour ist zur Schonfrist verkommen – und der Saisonendspurt zum Spurt ohne Ziel.