Ponsarnau bleibt: bilbao basket sichert sich langzeit-garant für europas thron

Jaume Ponsarnau unterschreibt, bis seine baskische Wolfspack wieder heult. Der Katalane verlängert vorzeitig bis 2027 – plus Option – und macht damit das größte Projekt der Liga immun gegen Gerüchte.

Der trainer, der die drei hs lebt

Der trainer, der die drei hs lebt

Humildad, hambre, honestidad – Demut, Hunger, Ehrlichkeit. Diese drei Worte hat Ponsarnau in die Kabine gemalt, in die Köpfe und in die DNA des Klubs. Seit Sommer 2022 hat er 189 Spiele gemacht, nur Legende Txus Vidorreta stand öfter an der Seitenlinie. Die Zahlen sind statistisch nett. Das echte Argument steht im Europacup-Schrank: der Pokal, den Bilbao im Mai in Tuzla holte. Nun soll er verteidigt werden – mit demselben Taktgeber.

Was niemand auf dem Papier sieht: der Lehrmeister-Modus. Tryggvi Hlinason war ein unbeschriebenes isländisches Blatt, jetzt startet er in der Euroleague. Melwin Pantzar, Bassala Bagayoko, Thijs De Ridder, Rubén Domínguez – alle gaben sie unter Ponsarnau den Sprung in bessere Verträge. Bilbao spielt nicht nur Eurocup, Bilbao produziert Arbeitsplätze.

Der Club lobt sich selbst für den Coup: „Wir sind stolz, dass jemand, der vom ersten Tag verstanden hat, was wir sind, uns weiter repräsentiert.“ Gemeint ist: jemand, der auf baskisch predigt, der mit batera – dem Ruderkommando – seine Mannschaft wie eine Trainera über die Wellen peitscht. Ein Philosoph, der weiß, dass die größte Tradition des Klubs darin besteht, keine Superstars zu sein, sondern eine Herde Wölfe.

Die Liga schaut neidisch. Andere Teams wechseln Trainer wie Socken, Bilbao bindet seinen Kopf und erhält Stabilität in einer Saison, in der die Gesamtsumme der TV-Einnahmen erstmals stagniert. Die Botschaft: Wer sich verpflichtet, verlässt sich auf Kontinuität statt auf Kurzfrist-Quoten.

Ponsarnau selbst sagt: „Bilbao ist mein Zuhause.“ Klingt nach Standardfloskel, ist aber ein Machtwort. Denn wer hier sesshaft wird, bekommt Zeit, Jugend zu schmieden und Titel zu verteidigen. Die Frist läuft bis 2027. Bis dahin will der Coach nicht nur Vidorretas Rekord einholen, sondern auch den zweiten Europacup in Folge. Wer dann noch fragt, warum Bilbao nicht mit den Großen zieht, hat die Antwort nicht verdient.