Ponferradina zwingt ourense zum nuller – llácers serie lebt, der sieg bleibt aus

Null Tore, volle Ersatzbank, aber kein Durchkommen: Ourense CF und SD Ponferradina trennten sich vor 2.800 Zuschauern im Estadio O Couto 0:0 – ein Ergebnis, das beiden Seiten die Schuhe auszieht, aber nur eine die Füße wärmt.

Für Daniel Llácer war es der vierte Liga-Auftritt in Folge ohne Pleite, für Mehdi Nafti der dritte Zu-Null-Auswärtsjob in Serie. Die Statistik lügt nicht: Wer so lange nicht verliert, vergisst irgendwann, wie man gewinnt. Die Partie roch nach Arbeit, nicht nach Glanz.

Ponferradina baute die mauer, ourense rannte dagegen

Schon nach acht Minuten stand die SD Ponferradina kompakt im 4-1-4-1, Koke und Undabarrena schalteten wie zwei Compressor-Flügel jeden Ourense-Ansatz ab. Im Mittelfeld strichen sie nicht nur Pässe, sie nahmen den Gegnern den Atem. Ourense hatte 64 Prozent Ballbesitz – und null klare Torchancen bis zur 37. Minute.

Die erste richtige Szene entwickelte sich aus einem Ponferradina-Konter: Borja Valle schickte Slavy, doch Ratón war schneller als der Gedanke und klärte mit den Fingerspitzen. Es war der einzige Moment, in dem die Bercianos die Kontrolle kurz abgaben – und gleichzeitig der Moment, in dem sie zeigten, dass sie bereit waren, sie zurückzuholen.

Llácers wechselorgie verpuffte

Llácers wechselorgie verpuffte

Triple-Wechsel in der 61. Minute: Yuste, Castillo, Muñoz kamen – frische Beine, alte Probleme. Ponferradina zog die Kette nur fünf Meter zurück, ließ Ourense in der eigenen Hälfte tanzen und schlug dann mit langen Bällen in die Räume. Die letzte Passquote der Gäste lag bei 67 Prozent, weil sie nicht kombinierten, sondern konterten. Naftis Plan war so klar wie raffiniert: Lass sie laufen, bis ihnen die Zunge hängt.

Ourense versuchte es mit Flanken, aber Adri Pérez fand vor dem Tor nur Köpfe von Germán und Andoni López. Die Hereingaben prasselten wie Tennisbälle gegen die Wand – aber niemand stand bereit, sie abzustauben. Die Statistik verrät: 17 Flanken, nur eine davon verwandelt in eine Torgelegenheit. Das ist kein Zufall, das ist ein Muster.

Der punkt, der niemandem reicht

Der punkt, der niemandem reicht

Mit dem Remis bleibt Ourense auf Platz sieben, zwei Zähler hinter den Aufstiegsplätzen. Die Ponferradina rückt auf Rang zwölf vor, hat aber erst zwei Niederlagen in den letzten zehn Partien. Die Tabelle lügt nie, aber sie schummelt manchmal: Wer so viele Spiele nicht verliert, aber auch nicht gewinnt, schleppt sich durch den Frühling wie ein Wanderer mit Stein im Schuh – er kommt voran, aber er spürt jeden Schritt.

Die Fans, die mit fünf Bussen aus El Bierzio angereist waren, sangen bis in den 92. Minute hinein. Ihr Lied „Aúpa Puli“ drohnte über den leeren Rasen, als hätten sie den Sieg schon vergessen und nur noch den Stolz behalten. Ourense-Anhänger pfiffen nicht, sie klatschten – aus Resignation oder Routine, das wird man morgen in den Bars von As Lamas diskutieren.

Am Ende steht eine Erkenntnis, die lauter ist jede Fanmeile: Ohne Tore gibt es keine Geschichten, nur Statistiken. Und die erzählen gerade eine von einem Team, das nicht verliert – und von einem anderen, das nicht gewinnt. Beide werden nächste Woche wieder ran müssen. Der Spielplan wartet nicht, bis jemand die Lösung findet.