Wiener derby: austria verpasst ausgleich, titelträume zerplatzen

Das 349. Wiener Derby endete mit einem bitteren Remis für die Wiener Austria. Nur kurz Hoffnung durch Boatengs Tor, doch Rapids Kara konterte – und ließ die Titelträume der Veilchen im Rauch des Derbys verschwinden.

Ein derby voller emotionen und verpassten chancen

Ein derby voller emotionen und verpassten chancen

Die Generali Arena bebte am Sonntag, als die Wiener Austria und Rapid Wien sich im 349. Duell gegenüberstanden. Was als spannendes Spiel begann, endete in einem 1:1-Unentschieden, das für beide Seiten unterschiedliche Geschmäcker hinterließ. Die Austria, die zwischenzeitlich durch Kelvin Boateng in Führung gegangen war, konnte die knappe Führung nicht über die Zeit bringen. Rapid Wien glich durch Ercan Kara in der 82. Minute aus und sicherte sich damit einen Punkt, der angesichts des Spielverlaufs schmeichelhaft erschien.

Boatengs Glückstreffer und Amanes Patzer: Das Tor von Kelvin Boateng war ein echter Glücksfall. Er nutzte einen kapitalen Fehler von Romeo Amane gekonnt aus und brachte die Austria in Führung. Doch dieser Treffer sollte am Ende nicht für den Sieg reichen. "Ehrlich gesagt ist das part of the game," kommentierte Boateng nach dem Spiel. "Wir haben uns natürlich einen Sieg erhofft, konnten das aber nicht kontrollieren."

Die zweite Halbzeit gehörte klar der Austria, doch die Mannschaft von Cheftrainer Stephan Helm fand keine Möglichkeit, die Führung auszubauen. Stattdessen kam Rapid durch einen langen Ball und Karas Kopfballtor zurück ins Spiel. "Das ist auch eine Qualität," anerkannte Fischer nach der Partie.

Kapitän Fischer: Keine Meistertitel-Illusionen: Manfred Fischer, der als Kapitän der Austria auf dem Platz stand, war enttäuscht über das Unentschieden. "Wir wollten natürlich gewinnen, daher ist es extrem bitter. In der zweiten Halbzeit haben wir mehr vom Spiel gehabt, da tut das Unentschieden weh," sagte er. Er schloss jedoch jegliche Meistertitel-Illusionen aus: "Da ist Sturm Graz eindeutig der Favorit. Wir geben aber nicht auf und werden sie jagen."

Stephan Helm, der gerade seinen 43. Geburtstag und eine Vertragsverlängerung bis 2028 feierte, sah das Spiel ähnlich. "Es fühlt sich schon wie eine Niederlage an, gerade weil wir in der zweiten Halbzeit eine Drangphase gehabt haben. Wir haben uns zu sehr darauf verlegt, zu verteidigen und zu kontern."

Rapid Wien triumphiert – ein Punkt zum Feiern: Für Rapid Wien war der Punktgewinn in der Schlussphase ein echter Erfolg. Ercan Kara, der den späten Ausgleich erzielte, erklärte: "Spielerisch war es sehr schwierig, da wollten wir uns in der Schlussphase auf lange Bälle fokussieren. Der Bendi (Bendeguz Bolla) hat einen super Ball gespielt und der Rest ist Geschichte." Der Sieg schmeckt, besonders nach einem Derby.

Die Austria muss sich nun auf die kommende Herausforderung in Salzburg einstellen, während Rapid Wien den Derbysieg mit den Fans feiern darf. Die Meistergruppe bleibt spannend, und der Kampf um die Spitze geht weiter.