Serge blanco erobert biarritz: rugby-legende wird bürgermeister
Serge Blanco zieht ins Rathaus ein. Der 67-jährige Rugby-Ikone, der Frankreich 1987 mit einem atemberaubenden Halbfinale-Try ins WM-Finale sprintete, hat in Biarritt 42 Prozent der Stimmen geholt und damit die amtierende Bürgermeisterin Maider Arosteguy aus dem Amt gedribbelt.
Der zaghafte wahlkampf, der trotzdem reichte
Blanco trat mit einer konservativen, klar auf lokale Interessen fokussierten Liste an. Fernsehduelle lehnte er ab, Straßenumfragen ebenfalls. Kritiker warfen ihm vor, sich vor hitzigen Debatten zu drücken und als Unternehmer keine glänzende Bilanz zu haben. Die Wähler ließen sich nicht beirren. Ihre Botschaft: Sie wollten den Mann, der einst gegen die All Blacks den Ball vom eigenen 22-Meter-Linien-Abschlag bis ins gegnerische Malfeld trug, nun an der Spitze der Stadt sehen.
Die Zahl, die seine Triumphgeschichte besiegelt: 42 %. Genug, um eine links-grüne Allianz plus die bisherige Amtsinhaberin klar hinter sich zu lassen. Für viele Pendler in der Gascogne ist Biarritz kein Nobel-Badeort mehr, sondern eine Herausforderung: leere Luxushotels, hohe Leerstände, steigende Mieten. Sie hoffen auf den Ex-Sportler, der nach seiner Karriere ein Thalasso-Zentrum betrieb und weiß, wie man ausländische Gäste lockt.

Vom mädchen für alles zum könig der basque coast
Geboren in Caracas, mit zwei Jahren nach Frankreich gebracht, stieg Blanco beim Biarritz Olympique vom Klubmaskottchen zum Superstar auf. 93 Länderspiele, sechs Siege im Five Nations, ein Spielstil, der französischen Rugby für immer mit „Champagne“ verband. Jetzt tauscht er Stollenschuhe und Schlammgeruch gegen Protokoll und Parlamentsgraben. Ob er auch hier einen Hand-off zeigt, wird sich zeigen.
Die Stadt, die einst Zar Nikolaus II. und Edward VII. beherbergte, wartet auf ein Comeback. Ihr neuester Promi-Bürger trägt nicht mehr das Trikot mit der Gallischen Farm, sondern das Amtsketten-Halbhemd. Die Mission: Biarritz zurück in die Champions-League des europäischen Tourismus führen. Kein leichter Konvertierungsversuch, aber wer einmal Australien in der letzten Minute abgedribbelt hat, fürchtet sich nicht vor Leerständen und maritimen Spaßbädern.
