Kolumbien vor der wahl: de la espriella führt umfragen an
Nur noch wenige Tage trennen Kolumbien von der Entscheidung über das Präsidentenamt für die Periode 2026-2030. Die neuesten Umfrageergebnisse von Guarumo und Ecoanalítica lassen eine spannende Konstellation erkennen: Abelardo de la Espriella, der Kandidat der Opposition, scheint die Nase vorn zu haben.

Ein knapper vorsprung im finalen rennen
Laut der Studie, die von den befragenden Instituten selbst finanziert wurde, befürwortet 52,6 % der Befragten De la Espriella, während Senator Iván Cepeda, der Kandidat der Regierungspartei, auf 45 % der Stimmen kommt. Dieser Vorsprung von 7,6 Prozentpunkten bestätigt den Trend, den bereits andere internationale Institute wie Atlas Intel beobachtet haben – eine deutliche Polarisierung des Wählerskörpers, die dem Oppositionsblock zugutekommt. Cepeda kann zwar weiterhin auf die Unterstützung in Schlüsselregionen wie Bogotá und der Pazifikregion zählen, doch De la Espriella scheint das weit verbreitete Unbehagen und die Ablehnung der Fortsetzung der aktuellen Politik im Zentrum und Norden des Landes geschickt zu nutzen.
Die letzten Tage der Kampagne sind entscheidend. Während De la Espriella durch prominente Unterstützer aus der Sportwelt, darunter Fußballspieler Miguel Ángel Borja und Ex-Boxer Miguel 'Happy' Lora, Rückenwind erhält, konzentriert sich Cepedas Kampagne darauf, ein Bild von Transparenz und Integrität zu vermitteln und die unentschlossenen Wähler anzusprechen. Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit, in dem es darum geht, die letzten Stimmen zu gewinnen und die Wahlentscheidung zu beeinflussen.
Auch die jüngsten Ergebnisse von Atlas Intel, die De la Espriella mit 52,2 % gegenüber Cepedas 44,5 % vorne zeigten, unterstreichen die angespannte Lage. Der Ausgang der Wahl am kommenden Sonntag, 21. Juni, bleibt dennoch ungewiss, da der Fehlerbereich und die hohe Zahl unentschlossener Wähler eine Überraschung nicht ausschließen.
Die Studie wurde unter strengen Auflagen durchgeführt, um die Einhaltung der Wahlordnung zu gewährleisten. 2.073 persönliche Haushaltsbefragungen wurden in 54 zufällig ausgewählten Gemeinden durchgeführt, darunter wichtige Städte wie Bogotá D.C., Medellín, Cali, Barranquilla, Bucaramanga, Montería, Cartagena und Ibagué. Die Erhebung fand zwischen dem 8. und 11. Juni 2026 statt. Das Ergebnis: Ein Konfidenzniveau von 95 % und ein Fehlerbereich von 2,9 %. Die Befragten wurden mit Hilfe von Wahlzetteln, auf denen die Fotos der Kandidaten abgebildet waren, interviewt. Es gab keine Datenerfassung oder Vergütung der Teilnehmer.
Die politischen Analysten sind sich einig: Die verbleibenden Tage bis zur Wahl werden für beide Kandidaten entscheidend sein. Es gilt, die unentschlossenen Wähler zu überzeugen oder zumindest von einer Enthaltung abzubringen. Die Wahl in Kolumbien könnte eine der am stärksten umkämpften in der jüngeren Geschichte des Landes werden.
