Iran droht mit wm-aus – asien oder italien rückt nach
Die Islamische Republik schlägt Kapriolen. Noch ist Iran offiziell für die WM 2026 gemeldet, doch Sportminister Ahmad Donjamali sagte im Staatsfernsehen: „Wir werden niemals an einem Turnier teilnehmen, das von denen veranstaltet wird, die uns bombardieren.“ Mit „denen“ meint er die USA. Drohnengefechte, Sanktionen, geballte Rhetorik – das alles landet jetzt mitten auf dem Rasen.
Die fifa schaut in ein leeres regelwerk
Es gibt keinen Paragrafen, der festlegt, was passiert, wenn ein Starter kurzfristig abspringt. Die Deadline für die Nachnominierung steht nicht einmal auf dem Papier. Stattdoren brodelt die Gerüchteküche. Erste Kandidaten: der Irak und die VAE, beide Asien-Konföderation, beide erst kürzlich an den Playoffs gescheitert. Die logische Lösung? Eine andere asiatische Mannschaft. Die politische? Vielleicht die beste Fifa-Ranking-Fraktion, die zufällig Italien heißt.
Rom reagiert mit Schweigen. Die Azzurri müssen am 31. März zwei Playoff-Spiele gewinnen, um sicher dabei zu sein. Sollten sie scheitern, wären sie laut Rangliste (9. Platz) die erste Adresse für ein Wildcard-Szenario. Doch Gianni Infantino würde damit den asiatischen Kontinent vor den Kopf stoßen. Die Konföderationen haben Stimmgewicht, und Stimmen braucht der Fifa-Chef für seine Reformagenda.

Der countdown tickt lauter als die politik
Die Playoffs enden am 31. März, die Eröffnung in Mexiko-Stadt ist für den 11. Juni geplant. Weniger als 75 Tage später müssen Tickets, Logen, Sicherheitszonen stehen. Kein Veranstalter kann sich endloses Warten leisten. Deshalb wird die Fifa in den nächsten Tagen ein Schreiben nach Teheran schicken: entweder verbindliche Teilnahme oder sofortiger Rückzug. Die Antwort bestimmt, ob in den Stadien amerikanischen Bodens iranische Hymne erklingt – oder ob ein anderer Kontinent jubelt.
Die Fans sind die einzigen, die in diesem Machtpoker keine Stimme haben. Sie wollen Fußball, keine Geopolitik. Aber Sport ist seit jeher ein Spiegel der Weltlage. Wer die Karten mischt, sitzt nicht im Katakombenstadion, sondern in diplomatischen Salons. Und so bleibt am Ende nur die Gewissheit: Wer auch immer nachrückt, wird mit demselben Druck spielen wie der Vorgänger – nur ohne echtes Training, dafür mit maximaler Aufmerksamkeit. Die WM 2026 beginnt längst vor dem ersten Anstoß.
