Hoeneß warnt vor bayern: cl-ambitionen gefährden stuttgart?
Stuttgart steht vor einer Mammutaufgabe: Am Sonntag gastiert der VfB bei den Bayern in München – ein Duell, das über mehr als nur drei Punkte entscheiden könnte. Trainer Sebastian Hoeneß weiß das und mahnt vor Selbstüberschätzung, obwohl die Bayern nach ihrem Triumph in der Champions League möglicherweise mit leicht rotierenden Reihen auflaufen werden.
Die bayern – ein biest in eigener liga
„Erstmal müssen wir den Bayern gratulieren“, so Hoeneß, diplomatisch wie immer. Doch der Respekt vor dem Gegner ist offensichtlich. Er bemerkte zwar anerkennend den Erfolg von Freiburg in der Europa League, doch der Fokus liegt klar auf der eigenen Mission: Der Kampf um die Qualifikation für die Champions League ist eröffnet. Der fünfte Platz, der für den VfB noch erreichbar ist, motiviert zusätzlich.
Dennoch, Hoeneß scheint sich der Realität bewusst zu sein: „In der Bundesliga spielen sie in ihrer eigenen Liga, da kann man nichts anderes sagen.“ Eine Aussage, die die Dominanz der Bayern in der heimischen Liga unterstreicht. Trotzdem glaubt der Coach an seine Mannschaft und erinnert an den Sieg gegen Leverkusen zu Beginn des Jahres – ein Beweis, dass auch vermeintlich unüberwindbare Hürden genommen werden können. „Warum soll uns das nicht auch in München gelingen?“

Taktische kniffe und personalsorgen
Die Möglichkeit einer Rotation bei den Bayern aufgrund der anstrengenden Champions-League-Spiele hat Hoeneß jedoch nicht in die Vorbereitung einfließen lassen. „Unabhängig vom Personal sind beim FCB die Abläufe relativ konsistent.“ Vielmehr geht es darum, die Schwächen der Bayern zu attackieren, auch wenn diese nur schwer zu identifizieren sind. Die Spiele gegen Real Madrid zeigten zumindest kurzzeitige Schwächen, insbesondere bei Ballverlusten und schnellen Kontern – eine Angriffsfläche, die der VfB nutzen will.
Hoeneß weiß: Die Umschaltstärke der Bayern mit Spielern wie Vinicius Junior oder Mbappé ist eine Klasse für sich. Der VfB, der sich in der Regel im Ballbesitz wohlfühlt, muss sich auf ein Spiel ohne viel Kontrolle einstellen. „Wir sind eine Mannschaft, die sonst gerne den Ball hat. Das hast du nicht gegen Bayern.“
Die Abwesenheit von Torjäger Deniz Undav aufgrund einer Gelbsperre stellt eine weitere Herausforderung dar. Hoeneß ließ offen, wer seinen Platz einnehmen wird, betonte aber, dass alle Spieler bereit sind, „in unterschiedliche Richtungen zu denken.“

Mut, überzeugung und kalte nerven
„Wir müssen eine gewisse Leidensfähigkeit an den Tag legen, gepaart mit sehr viel Mut, sehr viel Überzeugung“, so Hoeneß. Das Ziel ist klar: „Spielverläufe kreieren, Momentum kreieren“ und vor dem Tor „klinisch sein“. Die Chancen müssen genutzt werden, denn gegen die Bayern ist jede Torchance Gold wert. Der VfB muss sich auf eine Aufgabe einstellen, die alles abverlangt, aber nicht unmöglich ist.
Ob Bouanani, der zuletzt im Kader fehlte, eine Chance erhält, bleibt abzuwarten. Hoeneß sprach von einer „schwierigen Situation“ für den jungen Stürmer, der „sicher andere Erwartungen gehabt“ hat. Doch er betonte auch, dass Bouanani weiterhin an sich arbeitet und dranbleiben muss.
Am Ende zählt nur der Sieg, oder zumindest ein Punkt. Denn die Ambitionen des VfB sind groß, und die Reise nach München wird zeigen, ob die Schwaben bereit sind, den nächsten Schritt in Richtung Champions League zu machen.