Europas straßen bleiben gefährlich: ziel 2030 in sichtweite?
Die Zahl der Todesopfer im Straßenverkehr in Europa ist zwar gesunken, doch der Fortschritt ist zu langsam, um das ambitionierte Ziel zu erreichen, bis 2030 die Zahl der Todesfälle und schweren Verletzungen zu halbieren. Eine neue Analyse der Europäischen Kommission zeigt ein düsteres Bild: Trotz aller Bemühungen sterben weiterhin zu viele Menschen auf Europas Straßen.

Ein leichter rückgang, aber die gefahr bleibt
Im Jahr 2025 wurden europaweit rund 19.400 Menschen im Straßenverkehr getötet – ein Rückgang von 3 % gegenüber dem Vorjahr. Das mag auf den ersten Blick positiv klingen, doch die Realität sieht anders aus. Die EU hatte sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, die Zahl der Todesfälle bis 2030 zu halbieren. Dieser Kurs wird jedoch verfehlt. Die Kommission warnt, dass die meisten Mitgliedsstaaten noch nicht auf dem richtigen Weg sind, dieses Ziel zu erreichen.
Die Unterschiede zwischen den Ländern sind frappierend. Während Länder wie Estland und Griechenland mit einem deutlichen Rückgang der Verkehrstoten punkten – in Estland um 38 % und in Griechenland um 22 % –, hinken andere Nationen hinterher. Bulgarien, Rumänien und Kroatien verzeichnen weiterhin eine alarmierend hohe Zahl an Verkehrstoten. In Bulgarien verloren beispielsweise 71 Menschen pro Million Einwohner das Leben, gefolgt von Rumänien (68) und Kroatien (67). Im Vergleich dazu liegen Schweden und Norwegen mit 20 Todesfällen pro Million Einwohner deutlich besser da.
Auch Italien muss sich noch deutlich verbessern. Der Rückgang der Sterblichkeitsrate betrug im vergangenen Jahr lediglich 4 %, von 51 auf 49 Todesfälle pro Million Einwohner. Auch wenn sich die Situation seit 2019 leicht verbessert hat (-9 %), bleibt das Ergebnis bescheiden. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Hier ist dringender Handlungsbedarf.
Die sozialen und wirtschaftlichen Kosten von Verkehrsunfällen sind immens. Schätzungen zufolge beläuft sich der finanzielle Schaden auf rund 2 % des Bruttoinlandsprodukts der Europäischen Union. Darüber hinaus leiden jährlich rund 100.000 Menschen in Europa unter dauerhaften Verletzungen aufgrund von Verkehrsunfällen. Für jedes Todesopfer gibt es fünf schwere Verletzte – eine erschreckende Statistik.
„Wir müssen unsere Anstrengungen verstärken und schneller handeln“, mahnt EU-Verkehrskommissar Apostolos Tzitzikostas. „Nur so können wir Tausende von Leben retten und die wirtschaftlichen und sozialen Kosten von Verkehrsunfällen senken.“
Die aktuelle Entwicklung zeigt deutlich: Die Bemühungen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit in Europa müssen intensiviert werden. Nur durch konsequentes Handeln und eine gemeinsame Anstrengung aller Beteiligten kann das Ziel erreicht werden, Europas Straßen sicherer zu machen und die Zahl der Verkehrstoten drastisch zu reduzieren. Die Zeit drängt, denn jedes Jahr fordern Verkehrsunfälle einen hohen Preis – in Menschenleben und in wirtschaftlichem Schaden.
