Polen-talent michal szubarczyk rüttelt am snooker-status quo

Mit 15 Jahren, zwei Monaten und 25 Tagen hat Michal Szubarczyk die Hongkongerin On-yee bezwungen – und damit den jüngsten Sieg in einer WM-Qualifikation gelandet. Die Uhr stoppte bei 15:277. Das alte Rekord-Label des Walisers Liam Davies riss. Szubarczyk lächelt nur, als hätte er das erwartet.

Der junge, der ronnie o

Der junge, der ronnie o'sullivan ärgern will

Am Mittwoch steht für ihn die nächste Hürde an: Sanderson Lam. Gewinnt er, spaziert er direkt ins Crucible Theatre und würde Ronnie O'Sullivan als jüngsten WM-Teilnehmer ablösen – 1992 war der „Rocket“ 16 Jahre alt. Szubarczyk wäre noch ein Jahr jünger. „Druck? Ich mag ihn“, sagt er und klingt dabei, als bestünde seine Ernährung aus Adrenalin.

Die Zahl, die ihm selbst die erfahrenen Profis im Players' Lounge verneinen lässt: 27.450 Pfund Preisgeld – bereits als Profi gesammelt. Höchstes Einzel-Turnier-Salary: 7.000 Pfund beim Saudi-Masters, zwei Matches, ein Scheck. Für einen Teenager, der vor sechs Jahren noch im Tor der U-9-Fußballmannschaft seines Heimatvereins in Lublin stand, ist das ein Wechsel vom Rasen zum Tuch in Zeitraffung.

Sein Vater Kamil erinnert sich: „Er durfte kaum Zeichentrick gucken. Aber wenn Snooker lief, war die Fernbedienung tabu. Am nächsten Tag standen wir in der Akademi-Halle.“ Michal war sieben, fragte nach Punkten, nach Farben, nach Strategien. Der Ballwechsel wurde zur Droge. Der Fußballhandschuh landete im Schrank. Seitdem tickt die Stoppuhr nur noch für seine Matches.

Die Trophäensammlung ist längst voll: IBSF-Weltmeister, U-18-Europameister, U-16-Europameister, dazu jetzt der Eintrag in der Guinness-Liste der WM-Quali. Doch die eigentliche Medaille folgt in Sheffield. Dort beginnt am 18. April die Schule der Träume – und Szubarcuk hält bereits den Stift, um das nächste Kapitel zu schreiben.