Pogacar vor dem historischen triumph: kann er die radsport-legenden übertrumpfen?

Paris. Tadej Pogacar steht kurz vor einer Sensation, die den Radsport für immer verändern könnte. Der junge Slowene, der bereits die Welt im Sturm erobert hat, hat nun auch Paris-Roubaix fest im Blick – und damit die Chance, eine Leistung zu vollbringen, die selbst Legenden wie Eddy Merckx bisher verwehrt blieb: Alle fünf Monumente der Radsportsaison in einem Jahr zu gewinnen.

Die meinung der giganten: merckx und armstrong sprechen sich aus

Dass Pogacar zu solch außergewöhnlichen Leistungen fähig ist, daran gibt sich selbst Eddy Merckx, einst unangefochtener König des Radsports, nicht mehr viel. „Es ist absolut klar, dass er keine Grenzen kennt“, erklärte der Belgier gegenüber der Gazzetta dello Sport. Die Dominanz Pogacars hat die Diskussion um den „GOAT“ – Greatest of All Time – neu entfacht. Und auch Lance Armstrong, dessen Karriere von Doping-Vorwürfen überschattet wurde, reihte sich in den Chor der Bewunderer ein: „Meiner Meinung nach ist das Thema abgeschlossen. Dieser Junge ist einfach so gut. Er ist mit Abstand der Beste aller Zeiten.“ Eine Aussage, die angesichts Armstrongs Vergangenheit umso bemerkenswerter ist.

Die herausforderung roubaix: van der poel und das kopfsteinpflaster

Die herausforderung roubaix: van der poel und das kopfsteinpflaster

Am Sonntag (ab 10:50 Uhr live auf Eurosport) wird Pogacar seine nächste Hürde nehmen müssen: Paris-Roubaix. Die „Hölle des Nordens“ ist bekannt für ihre brutalen Bedingungen, insbesondere die 54,8 Kilometer Kopfsteinpflaster, die den Fahrern das Leben schwer machen. Und dann ist da noch Mathieu van der Poel, der amtierende Weltmeister und dreifacher Titelverteidiger. Der Niederländer ist ein Meister im Umgang mit den widrigen Straßenverhältnissen und wird Pogacar alles abverlangen.

Im vergangenen Jahr kam es bereits zu einem dramatischen Duell zwischen Pogacar und van der Poel, das jedoch durch einen Sturz Pogacars abrupt beendet wurde, wodurch Van der Poel im Alleingang zum Sieg fahren konnte. Pogacar selbst betonte nach seinem Flandern-Triumph, dass er das Rennen in Roubaix zunächst einmal „genießen“ wolle und dass „selbst der beste Tag und die besten Beine nicht ausreichen, wenn nicht alles passt.“

Das quintuple: ein traum, der wahr werden könnte

Das quintuple: ein traum, der wahr werden könnte

Sollte Pogacar in Roubaix triumphieren und seine Rivalen wie Jasper Philipsen oder Wout van Aert bezwingen, steht ihm der historische Triumph bevor: die Vollendung des „Quintupels“, also der Gewinn aller fünf Monumente in einer Saison. Eine Leistung, die bisher nur drei Fahrern gelungen ist – darunter eben auch Eddy Merckx. Pogacar selbst wirkt jedoch noch zurückhaltend: „Es stehen jetzt zwei von fünf, wir sollten nicht zu weit vorausschauend sein.“ Doch die Faszination um seine Jagd nach dem Quintuple ist unbestreitbar – und mit ihr die Frage, wer nun wirklich der größte Radsportler aller Zeiten ist.

Die Antwort auf diese Frage liefert vielleicht schon der Sonntag. Denn eines ist klar: Tadej Pogacar schreibt gerade Radsportgeschichte – und verändert damit das Spiel für immer.