Pogacar verpasst monument-grand-slam knapp: van aert triumphiert in roubaix
Tadej Pogacar war so nah dran, und doch wieder nur der Zweite. Im zweiten Anlauf scheiterte der slowenische Superstar bei Paris-Roubaix erneut, diesmal am Belgier Wout van Aert. Ein knappes Duell, das die "Hölle des Nordens" einmal mehr als brutale Prüfung entpuppte.
Die mentale belastung: pogacars zögern nach dem rennen
Experte Jens Voigt äußerte sich im Eurosport-Interview skeptisch, ob Pogacar seine Ambitionen, das Monument-Quintett zu komplettieren, auch in Zukunft mit der gleichen Vehemenz verfolgen wird. "Er hat nicht ganz klar gesagt, dass er zurückkommt und das Rennen gewinnen will. Es gibt keine Garantie.", so Voigt. Pogacar selbst sprach von fehlender Frische, doch möglicherweise nagt auch die Frustration am Weltmeister.
Die "Königin der Klassiker" ist eine andere Hausnummer als Mailand-Sanremo. Die unerbittlichen Kopfsteinpflastersektoren und das hohe Maß an Glück, das man benötigt, um in Roubaix erfolgreich zu sein, scheinen Pogacar zu zermürben. Ein Rennen, das nicht nur physische, sondern auch mentale Stärke erfordert.

Van aerts taktischer schachzug und pogacars verpasste chance
Während Pogacar sich nach einem Defekt mühsam zurückkämpfen musste und dabei sogar auf ein neutrales Shimano-Rad ausweichen musste – ein Bild, das Voigt als "taktische Katastrophe" des UAE Emirates-Teams bezeichnete – nutzte van Aert die Gelegenheit geschickt. Er ließ sich neun Kilometer hinterherziehen, profitierte von der Unterstützung seiner Teamkollegen und war im entscheidenden Zielsprint die klar stärkere Karte.
Juan Antonio Flecha, ebenfalls Eurosport-Experte, sieht den entscheidenden Fehler in Pogacars Versuch, als Solist zu gewinnen. "An diesem Sprint muss man hart arbeiten, und van Aert hatte ihn mental viel besser einstudiert. Tadej hatte das nicht so sehr im Blick."

Das glück des tüchtigen: van aerts sieg für einen verstorbenen teamkollegen
Paris-Roubaix ist ein Rennen, in dem Glück und Technik Hand in Hand gehen. Die zahlreichen Defekte und das Drama um Mathieu van der Poel verdeutlichen das. Van Aerts Sieg trägt eine besondere Bedeutung: Er fährt für einen verstorbenen Teamkollegen und setzt so einen großen Plan in die Tat um. Ein Sieg, der über die sportliche Leistung hinausgeht.
Pogacar mag enttäuscht sein, doch er zeigte einmal mehr seine Klasse auf dem Kopfsteinpflaster. Die Hoffnung, ihn 2027 erneut an der Startlinie zu sehen, stirbt angesichts dieser zweiten Zweitplatzierung nicht. John Degenkolb, Roubaix-Experte, fasst es treffend zusammen: "Wenn man zweimal Zweiter wird, kann man auch gewinnen."
