Pogacar gegen van der poel: mailand-san remo wird zur 298-kilometer-bombe
Samt italienische Riviera, kaltes Schaltwerk, 298 Kilometer. Am Samstag fährt das Feld in Mailand los und trifft sich kurz vor Sonntag in San Remo wieder – oder auch nicht. Denn wer zuerst über den Poggio donnert, bestimmt, wer die 117. „Primavera“ in die Geschichtsbücher schreibt.
Pogacar jagt das letzte große fragezeichen
Tadej Pogacar hat Strade Bianche schon 2026 gewonnen, Liège-Bastogne-Liège, Il Lombardia, Tour de France – alles abgehakt. Nur Mailand-San Remo fehlt im Palmarès des Slowenen. Letztes Jahr schickte ihn Mathieu van der Poel im Sprint nach Hause. Jetzt will Pogacar den Bogen nehmen, bevor es über die Cipressa und die drei Capis zur Entscheidung kommt. Seine Taktik: früher angreifen, stärker als alle anderen sein. Einfach klingt das, ist es aber nicht.
Van der Poel wiederum schielt nach seinem dritten Sieg nach 2023 und 2025. Der Niederländer fährt mit der Ruhe eines Mannes, der weiß, dass er es schon zweimal geschafft hat. Und er kennt die letzten 300 Meter des Via Roma besser als sein eigenes Wohnzimmer. Das Duell der Superstars ist das erste in dieser Frühjahrssaison – und es verspricht, die Radsport-Welt kurz vor der Tour-Kampagne aus dem Gleis zu heben.

Verletzte, außenseiter und der längste tag
Hintenraus lauern aber die, die sich nicht ewig mit dem Pogacar-van-der-Poel-Kino zufriedengeben. Filippo Ganna will nach seinem zweiten Platz 2025 die Revanche. Tom Pidcock träumt vom Klassiker-Coup. Wout van Aert ist dabei, aber nach seinem Cross-Crash noch nicht in Bestform – ein Luxusproblem für die Konkurrenz, denn selber auf 90 Prozent kann der Belgier die Meister schon nerven.
Die Strecke ist ein brutales Argument: 298 Kilometer, neun mehr als 2025. Es ist das längste Rennen des Jahres. Die Beine brennen, die Köpfe rauchen. Und die Italiener lieben es, wenn es um ihre „Classicissima“ geht. Gegen 10 Uhr rollt das Peloton los, um 17 Uhr weiß Italien, wer die Blumen kriegt.
Wer nicht vor Ort ist, kann einschalten: Eurosport zeigt die komplette Tortur live und kostenlos. Discovery+ und DAZN liefern die Streams. Aber Vorsicht: 298 Kilometer sind lang genug, um sich neu zu verlieben – oder sich selbst zu verlieren. Mailand-San Remo ist kein Rennen, es ist ein Beweis dafür, dass der Radsport noch immer die härteste Show der Welt liefert.
