Pogacar dominiert: sagan kritisiert radsport-status quo
Die Diskussion um Tadej Pogacars schier unbändige Überlegenheit im Radsport flammt neu auf. Peter Sagan, siebenmaliger Grüner Trikotträger bei der Tour de France, äußerte sich in einem Interview mit Het Nieuwsblad drastisch: Der Slowene sei so dominant, dass man ihn eigentlich in einer eigenen Kategorie fahren lassen sollte. Eine Ansage, die die Gemüter in der Radsportwelt erhitzt.

Die flandern-rundfahrt: pogacars nächste bühne
Am kommenden Sonntag steht für Pogacar die Flandern-Rundfahrt an, ein weiteres Monument des Radsports. Sagan sieht hier bereits keine Zweifel am Ausgang: „Wenn sie ihm nicht vor Sonntag die Beine abschneiden, wer soll ihn dann schlagen können?“ Die Strecke mit ihren 22 Anstiegen mag anspruchsvoll sein, doch die Konkurrenz scheint kaum eine Chance zu haben.
Doch Pogacars Dominanz ist ein zweischneidiges Schwert. Während seine Siege für spektakuläre Momente sorgen, beklagt Sagan, dass sie den Radsport in gewisser Weise langweilig machen. „Es gibt nur einen Grund, warum Mailand - Sanremo dieses Jahr interessant war: Weil er gestürzt ist und wir plötzlich einen großartigen Kampf bekommen haben“, so der ehemalige Weltmeister mit einem Augenzwinkern.
Sagan vergleicht Pogacar mit einem Playstation-Spiel. Die Leichtigkeit, mit der der Slowene sich nach einem Sturz noch zum Sieg rettet, beeindruckt den drei Maligen Weltmeister. „Manchmal hört man, dass Rennen kein Playstation-Spiel seien. Nun . Für Tadej ist es eines. Sogar noch einfacher als Playstation.“ Eine ungewöhnliche, aber treffende Metapher, die die Überlegenheit Pogacars verdeutlicht.
Die Zeiten haben sich geändert, so Sagan weiter. „Ich war viel schlauer. Ich habe es geliebt, Rennen zu gewinnen, aber ich mochte es nicht, zu leiden.“ Seine Strategie war es, Kräfte zu sparen und im richtigen Moment zuzuschlagen – ein Ansatz, der sich in zwölf Etappensiegen bei der Tour de France und weiteren Triumphen bei Klassikern wie Gent-Wevelgem bewährt hat. Pogacar hingegen scheint von einer anderen Welt zu kommen – einer Welt, in der er scheinbar mühelos seine Gegner hinter sich lässt.
Ob Pogacar am Sonntag in der Flandern-Rundfahrt seinen dritten Saisonsieg einfahren wird, bleibt abzuwarten. Die Favoritenrolle ist ihm unbestritten. Aber Sagan hat Recht: Die Dominanz eines Fahrers kann den Sport auf Dauer beeinträchtigen. Die Frage ist, wie lange die UCI und die Teams diese Entwicklung zulassen werden, bevor sie nach Gegenmaßnahmen suchen. Denn Radsport lebt von Spannung und Wettbewerb – und beides drohen unter dem Joch eines unangefochtenen Herrschers zu ersticken.
