Pochettinos jungs laufen schon alle anderen davon – zwei spiele, zwei statement-siege
Mauricio Pochettino hat ein Problem: sein Kader ist so tief, dass selbst die Ersatzbank mitreißenden Fußball spielt. Nach 180 Minuten Gruppenphase steht Argentinien bei sechs Punkten, 6:0 Toren und dem Gefühl, noch nicht einmal richtig schwitzen zu müssen.
Paraguay und australia in grund und boden gespielt
Was in der Nacht von Doha bis Melbourne passierte, war keine Dominanz, sondern ein Statement. Gegen Paraguay pressten die Albicelestes bereits beim Gegner-Einwurf, ließen 19 Ballgewinne in der gegnerischen Hälfte registrieren – Statistikwerte, die an die Bayern-Größe unter Guardiola erinnern. Gegen Australien ging es noch weiter: 71 Prozent Ballbesitz, 22 Torschüsse, null Gegentor-Chance. Die australische Defensive wirkte wie ein Rudel Kängurus, das plötzlich merkt, dass die Wüste brennt.
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Laut Opta noch keine einzige Großchance des Gegners zugelassen, dafür aber schon drei verschiedene Torschützen, die vor diesem Turnier kein einziges Länderspieltor erzielt hatten. Pochettinos Rotationskalkül funktioniert. Das System bleibt.

Während die großen stolpern, jagen die südamerikaner rekorde
Mexiko, USA und Deutschland haben sich zwar ebenfalls vorzeitig für die K.o.-Runde qualifiziert, aber keiner von ihnen überzeugte so souverän. Die deutsche Elf benötigte einen späten Musiala-Dribbling-Zauber gegen Ghana, die US-Boys kratzten sich bis zur 88. Minute gegen Neuseeland fest. Nur Argentinien machte es spielerisch, lässig, fast arrogant.
Und dann ist da noch die Türkei. Vincenzo Montellas Truppe flog als erste Mannschaft raus – ein Debakel, das in Ankara schon jetzt als „Katastrophe von 2026“ gehandelt wird. Drei Gegentore gegen Marokko, zwei gegen Südkorea, null Punkte. Die Presse in Istanbul fragt sich laut, ob Montella überhaupt weiß, was ein Sechser-Positionsspiel ist.
Argentinien dagegen kann sich auf die Rückrunde freuen. Pochettino wird seine Startelf gegen Polen schon wieder verändern, denn das Turnier startet für seine Mannschaft erst in der Runde der letzten 16. Die Konkurrenz sollte aufhorchen: Wer jetzt schon so spielt, hat Anspruch auf den Titel – und die nötige Frische, ihn auch zu holen.
