Playoff-viertelfinale: die acht männer, die jetzt meister machen – oder scheitern

Die Regular Season war nur Vorspiel. Jetzt zählt ein einziges Gesicht: das des glücklichen Siegers Mitte April. Doch bevor das Finale wirft, werfen acht Klubs acht Einzelkämpfer in die Waagschale – und Birgit Richter hat sie identifiziert.

Leonardo genoni: ev zugs letzte bastion

Der EVZ ist auf Papier ein Monster, in der Realität aber anfällig für Schnitzer. Gegner Davos weiß: Schlägt man Genoni aus dem Rhythmus, schlägt man Zug. Der 36-Jährige muss die Olympia-Form vom letzten Winter abrufen, sonst fliegen die Seeländer schon vor dem Halbfinale raus.

Die Statistik hilft ihm: In den letzten drei Playoff-Serien kassierte er durchschnittlich 1,9 Gegentore pro Spiel – ein Wert, der Titel verspricht, wenn die Abwehr vor ihm nicht zerbricht.

Tyler moy: rapperswils fehlender zahn

Tyler moy: rapperswils fehlender zahn

Die Lakers haben die drittbeste Defensive der Liga, aber nur 143 Tore in 52 Spielen. Das reicht nicht gegen Fribourg. Moy muss die Scheibe nicht nur tragen, sondern versenken. Zwölf Treffer in der Qualifikation klingen bescheiden; im Viertelfinale braucht er mindestens vier, damit seine Serie nicht vorzeitig endet.

Erik brännström: lausannes powerplay-dirigent

Erik brännström: lausannes powerplay-dirigent

43 Scorerpunkte von der blauen Linie – das ist Schweizer Rekord seit 15 Jahren. Gegen Genf wird sein Powerplay die einzige Lücke sein, um die physisch starke Servette-Box zu knacken. Verliert er das Tempo, verliert Lausanne die Serie.

Calvin thürkauf: luganos spielverderber

Calvin thürkauf: luganos spielverderber

Der Captain trägt die Bianconeri auf dem Schulterpanzer. Seine Aufgabe: Puljujärvi & Co. so lange ärgern, bis sie sich selbst disqualifizieren. Zwei shorthanded-Tore in der Quali zeigen, dass er bereit ist, auf Kosten der eigenen Statistik zu siegen.

Sven andrighetto: zürichs tornado

Sven andrighetto: zürichs tornado

Letztes Jahr führte er den ZSC mit 17 Playoff-Punkten zum Titel. Diesmal startete er lahm – acht Spiele ohne Treffer. Gegen Bern braucht der „Zett“ mindestens eine Matchwinner-Leistung, sonst droht dem Meister das gleiche Schicksal wie 2019: Aus als Titelverteidiger.

Stéphane charlin: genfs letzte linie

Stéphane charlin: genfs letzte linie

Granlund und Manninen liefern das Feuerwerk, aber Charlin muss das Haus vor dem Sturm schützen. Seine Save-Quote stieg von 88,1 % im Oktober auf 92,4 % im März. Hält er diese Kurve, ist Servette nicht nur Favorit, sondern Titelkandidat.

Christoph bertschy: fribourgs notanker

Ohne Sandro Schmid fehlt 34 Prozent der Offensivpower. Bertschy muss nun 20 Minuten Eiszeit mehr verkraften – und liefern. Seine 18 Saisontore sind schön, aber im Viertelfinale zählt nur das erste in Überzahl. Sonst wird der Traum vom ersten Meisterstern bereits im April begraben.

Matej stransky: davos’ abschiedsgesang

53 Punkte, 28 Tore, ein Fulminant-Ausklang. Doch der Tscheche weiß: Verliert er gegen Zug, wird sein Abflug nach Prag bitter. Die Fans im Bündnerland erwarten nicht nur Tore – sie fordern ein Monument. Sein letzter Schuss könnte der wichtigste seines Lebens sein.

Wer von diesen acht Spielern seine Hausaufgaben macht, darf im Mai noch um den Pokis kämpfen. Die anderen buchen früh den Urlaub – und werden in den Geschichtsbüchern nur als Fußnote erwähnt.