Play-ins starten mit bang: biel fordert bern, zug empfängt lakers – so tickt die heisse phase
20 Minuten, ein Eishalbkreis voller Hassliebe und drei Rückkehrer, die den Play-In-Kick schon vor dem Bully verändern. Genau das bietet die National League heute Abend, wenn Bielgegen Bern und Zug auf Rapperswil-Jona loszieht – jeweils 20.00 Uhr, jeweils erbarmungslos.
Sc bern setzt auf zurkirchen statt reideborn
Die Entscheidung fiel gestern spät, aber sie ist Programm. Adam Reideborn, Schwede, Routine, vermeintliche Konstante – raus. Sandro Zurkirchen, Berner Jung, NL-Debütant im Kasten der Berner Play-Off-Maschine – rein. Christof von Burg komplettiert den Torhüter-Tross und löst gleichzeitig das Import-Problem: Ein weiterer Legionär darf auflaufen. Bern riskiert. Bern muss. Die Mutzen wollen mit dem Heimrecht nicht nach Biel reisen, ohne sich vorher Luft zu verschaffen.
Bei den Gästen aus Biel hingegen laufen die Uhren anders. Dort kehrt niemand zurück – weil kaum jemand gefehlt hat. Stattdessen zählt Trainer Kevin Schrader auf die gleiche Kampfmaschine, die in der Qualifikation den letzten Atemzug verteidigt hat. Die Play-Ins sind kein Neuanfang für sie, sondern eine Fortsetzung mit erhöhter Schlagzahl.

Lakers dank taibel, burren und cajka wieder vollzählig
Rapperswil-Jona reist mit Rückenwind, aber auch mit Fragezeichen. Jonas Taibel, der Verteidiger mit dem echten Aussenläufer-Schritt, fehlte am Montag gegen Ambri – heute steht er wieder auf dem Blatt. Yanik Burren und Petr Cajka, zuletzt vom grippalen Virus lahmgelegt, stecken ihre Blicke bereits ins Mitteldrittel. Die Lakers haben in der Qualifikation bewiesen, dass sie auch ohne Top-Trio punkten können. Mit ihm sind sie gefährlicher, aber auch lauter. EV Zug ahnt das und wird seine Center-Ketten umstellen, damit die Rapperswiler nicht ins Rollen kommen.
Die Zahlen? Eigentlich simpel. Wer heute verliert, muss am Sonntag auswärts haften. Wer gewinnt, darf zwei Matchbälle auf heimischem Eis servieren. Die NL hat die Play-Ins eingeführt, um Spannung schon vor den Viertelfinals zu erzeugen. Die Clubs nutzen sie, um schon jetzt den Gegner zu verprügeln – physisch wie psychisch.
Die Scheibe liegt bereit, die Stadien sind seit gestern ausverkauft. Für die Fans beginnt die heisseste Woche des Frühjahrs. Für die Spieler beginnt sie mit einem Blick aufs Tor – egal, ob es leer ist oder einen Neuen darin stehen hat. Um 20.00 Uhr geht’s los. Danach wird klar, wer die Play-Offs wirklich meint – und wer nur dabei war.
