Pisa zertrümmert cagliari und atmet auf – hiljemark jubelt: „so kämpft man ums überleben“

Ein Schritt aus dem Tief, ein Schlag ins Gesicht der Abstiegszone: Pisa schlägt Cagliari mit 3:1, obwohl Stürmer Rafiu Durosinmi nach 37 Minuten mit Rot vom Platz flog. Die Arena Garibaldi-Romeo Anconetani bebt, die Toskaner springen auf Platz 14 und plötzlich ist die Serie A kein ferner Trau mehr.

Hiljemarks plan funktioniert trotz unterzahl

Schweden-Coach Oscar Hiljemark hatte seine Mannschaft auf Umstellungen gedrillt: enges Pressing, schnelles Umschalten, kalte Chancenverwertung. Was wie Standardklauseln klingt, wurde zur Waffe. Die Gäste aus Sardinien fanden keine Antwort auf das kollektive Sprinttempo, schon vor dem Platzverwehr hatten sie den Ball nur noch hinterher gejagt.

Die Zahlen sind gnadenlos: 16:6 Torschüsse, 62 % Ballbesitz für Pisa, 12 Balleroberungen im gegnerischen Drittel – alles mit einem Mann weniger. „Wir haben nicht verteidigt, wir haben gekämpft wie eine Einheit“, sagte Hiljemark nach Abpfiff, das Gesicht noch rot vom Begleitschrei der Fans.

Durosinmis rot bringt die wende mit effekt

Durosinmis rot bringt die wende mit effekt

Die Ampelkarte wegen wiederholten Foulspiels schien das Spiel zu kippen. Stattdessen nutzte Pisa den Schock: Cagliari stürmte, vergaß die Abwehr, und auf einmal lauerte nur noch der Konter. Tor Nummer zwei fiel nach 23 Sekunden Ballverlust der Gäste – ein Sprint, ein Haken, ein Schuss, 2:0. Die Kurve explodierte, die Spieler fielen sich in den Armen wie nach einem Pokalfinale.

Fabio Pisacane, der Cagliari-Captain, war sichtlich mitgenommen: „Wir haben die Lücke nicht gesehen, bis sie uns überrannt hat.“ Es war die erste Niederlage nach fünf ungeschlagenen Partien, und plötzlich schrumpft der Vorsprung auf die Abstiegsplätze auf zwei Punkte.

Der rest der saison wird ein sprint

Der rest der saison wird ein sprint

Für Pisa geht es am Sonntag nach Lecce, dann empfängt man Bologna. Sechs Spiele, elf Punkte Vorsprung auf den Strich – das klingt nach Luft, ist aber nichts in einer Liga, in der ein Sieg alles verändern kann. Sportchef Giorgio Zamuner atmet tief durch: „Wir haben den Todesstreich verpasst, jetzt müssen wir ihn abschließen.“

Die Fans feierten bis in die Nacht hinein, Sirenen heulten durch die altehrwürdige Stadionstraße. Zwischen Pisa und dem Abstieg liegt jetzt mehr als nur eine Tabelle – es liegt ein Glaube, neu geboren in 94 Minuten kollektiver Raserei. Wer so spielt, der darf auch mal träumen. Vom Klassenerhalt. Vielleicht sogar von einem neuen Kapitel.