Pipinsried: kann der aufstiegswunder gelingen?
Der FC Pipinsried, aktuell Tabellenachter der Bayernliga Süd, spielt plötzlich eine überraschende Rolle im Aufstiegskampf. Nach einer turbulenten Saison mit Trainerwechsel und zwischenzeitlicher Durststrecke scheint der frühere Regionalligist eine bemerkenswerte Aufholjagd zu zeigen – und die Frage, ob ein Aufstiegswunder möglich ist, beschäftigt die Fans.
Ein holpriger start und der trainerwechsel
Die Saison begann für den FCP alles andere als optimal. Nach einer frühen Prognose, die den Verein nicht zu den Top-Favoriten zählte, folgte ein Trainerwechsel im Oktober. Sepp Steinberger wurde durch den erfahrenen Roman Langer ersetzt, der zuvor lange Jahre in Heimstetten aktiv war. Langer, der eigentlich eine Pause einlegen wollte, ließ sich von der Anfrage aus Pipinsried überraschen und wagte den Sprung „aus der Komfortzone“. Seine klare Fokussierung als Trainer, im Gegensatz zu seiner vielseitigen Rolle in Heimstetten, empfand er als spannend und bereichernd.
Doch die sportliche Realität blieb zunächst hinter den Erwartungen zurück. Nach einem vielversprechenden Start folgte eine sieben Spiele dauernde Serie ohne Sieg, in der lediglich Türkgücü München und Türkspor Augsburg schlechter punkteten. Die Ausfälle von Leistungsträgern wie Tobias Schröck, Jonas Lindner, Nico Karger und Valdrin Konjuhi machten die Situation zusätzlich schwieriger. Partien gegen Spitzenteams endeten enttäuschend: In Landsberg führte eine frühe Rote Karte zu einer langen Phase in doppelter Unterzahl, bevor der Ausgleich in letzter Sekunde erzielt wurde – nur um kurz darauf das 1:2 zu kassieren.

Die wende und der aufschwung
Die jüngsten Ergebnisse lassen jedoch Hoffnung aufkommen. Drei deutliche Heimsiege in Folge haben Pipinsried wieder ins Geschäft gebracht. Initialzündung war das 3:0 gegen Schalding-Heining. Langer spricht von einem „Switch“, der plötzlich für Leichtigkeit und Selbstvertrauen sorgt. „Im Training funktioniert gefühlt alles“, so der Coach.
Ein entscheidender Faktor ist das Comeback wichtiger Spieler, insbesondere die Rückkehr von Ex-Profi Tobias Schröck in der Innenverteidigung. Auch die Verletzungsrückkehrer Lindner, Karger und Konjuhi tragen zu einer stabilen Mannschaftsleistung bei. Die Tatsache, dass Tabellenführer 1860 München II höchstwahrscheinlich nicht aufstiegsberechtigt ist und mehrere Top-Teams keine Regionalliga-Lizenz beantragt haben, eröffnet Pipinsried zusätzliche Möglichkeiten.

Die marschroute für das saisonfinale
„Wir wollen natürlich maximal punkten, das traue ich uns zu“, erklärt Langer. Der Relegationsplatz ist zwar außer Reichweite, aber der Fokus liegt auf einem erfolgreichen Saisonfinale. Der FC Pipinsried hat bewiesen, dass er zu kämpfen und zu gewinnen fähig ist. Die Frage ist nicht, ob Pipinsried aufsteigt, sondern ob der Verein seine Chance nutzen und mit einem beeindruckenden Endspurt für Furore sorgen kann.
