Pinheiro braathen verlässt österreich und lässt sich von seiner schauspielerin umschulen
Lucas Pinheiro Braathen hat die Alpen gegen Strand und Samba getauscht. Der 25-Jährige, der in Mailin Cortina Brasiliens erstes Winter-Gold holte, wird künftig von April bis August in Brasilien trainieren – weil seine Freundin Isadora Cruz dort lebt und er mit ihr keine Fernbeziehung mehr führen will.
Die kugel ist klein, die entfernung groß
Bisher pendelte der gebürtige Norweger zwischen Salzburg und Sölden, wo Schnee garantiert ist. Doch Cruz, 28, Schauspielerin mit Hauptstadtadresse, überzeugte seinen Coach: Trockentraining, Coordination, Mentalarbeit – alles läuft im Olympiazentrum von Brasília. Die Message ist klar: Liebe vor Leistungssportorthodoxie.
Knackpunkt: In der Slalom-Wertung fehlt ihm nur ein Punkt auf Atle Lie McGrath. Die Finals in Lillehammer (19.–25. März) entscheiden über die kleine Kristallkugel. Wenn er die holt, reist er als Nationalheld ins tropische Camp – und riskiert, dass Europas Gletscher im Oktober schon wieder rufen.

Präsident lula klopfte, jetzt klopft die realität
Die Ehrennadel von Präsident Lula kann keine 3000 Höhenmeter ersetzen. Brasilien zählt keine Weltcup-Pisten, keine Gletschergarantie. Pinheiro Braathens Plan klingt nach PR-Rausch: Social-Media-Clips mit Cruz auf dem Mountainbike, Kraftzirkel unter Palmen, Speed-Seilzug am Strand. Doch die Gefahr lauert im Detail: Wer acht Monate außerhalb der Schneezone trainiert, verliert automatisch das Gefühl für harten Sulz und Eis. Ein einziger Fehltritt im November-Riesenslalom kann reichen, um die Kugel zu verspielen.
Sein Ex-Coach in Oslo schmunzelt nur: „Wer im Sommer Salzburger Schotter mit brasilianischem Beton verwechselt, steht im Winter auf Kriegsfuß mit der Kante.“
Ein satz, der alles verrät
Cruz sagte im TV: „Wenn man jemanden hat, dessen Träume genauso groß sind wie die eigenen, wird es einfacher.“ Gemeint ist: Ihre Karriere ist ebenso wichtig. Pinheiro Braathen lachte, nickte – und unterschrieb stellvertretend für beide. Dabei vergaß er, dass Kristallkugeln keine Fernbeziehung erlauben. Sie verlangen Präsenz, 365 Tage Schnee, nicht 150.
Die Rechnung ist simpel: holt er die Slalom-Kugel, ist er frei. Verliert er sie, wird Brasilien zum Luxus, den er sich mit Gold und Glamour leistete – nicht mit Leistung. Die Saison 2026/27 wird zeigen, ob Amor oder Asphalt stärker ist. Bis dahin trainiert er, wo die Sonne brennt und das Herz schlägt. Und die Konkurrenz? Die lässt die Kante schon mal schärfer werden.
