Pinguins kalt erwischt: berlin blamiert, wejse fliegt, gudlevskis wird zur mauer
Kristers Gudlevskis lässt den Puck einfach abprallen – und die Eisbären mit ihm. Die Fischtown Pinguins schlagen den amtierenden Meister mit 3:1, doch die Schlagzeile schreibt ein Däne mit Schutzgitter im Gesicht: Christian Wejse fliegt nach einem Check gegen Kopf und Nacken vorzeitig vom Eis.
Der torhüter, der berlin frustrierte
30 Schüsse, 29 Paraden – Gudlevskis war der Unterschied gestern in der Eisarena Bremerhaven. Leonhard Pföderl traf nur einmal, danach baute der Lette eine Mauer, die selbst die Powerplay-Überzahl der Eisbären nicht einreißen konnte. Die Pinguins nutzten ihre Chancen eiskalt: Nino Kinder eröffnete nach 120 Sekunden das Fewerk, C.J. Smith legte nach, Miha Verlic stellte auf 3:1. Berlin wirkte in diesen Minuten wie ein Boxer, der die Handschuhe vergessen hat.
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Fünf Spiele vor Schluss hat Bremerhaven vier Punkte Vorsprung auf den Relegationsrang – und damit auf genau jene Eisbären, die gestern wie der Meister von gestern wirkten. Die Pinguins dagegen riechen die direkte Play-off-Qualifikation.

Wejses riskantes comeback endet im strafraum
Christian Wejse hatte den Puck mit 150 km/h im Gesicht gehabt, Knochenbrüche, Operation, Schutzmaske – und dann dies: Im Zweikampf mit einem Berliner setzt er nach, der Gegner fällt, der Schiri zückt die Rote Karte. Fünf Minuten plus Spieldauer, Spiel vorbei, Saison vielleicht auch. Die Videobilder werden noch einige Runden drehen im Ligabüro.
Doch genau in dieser Unterzahl wuchs die Mannschaft. Die Pinguins standen tief, lauerten auf Konter, ließen den Meister laufen – und Berlin lief sich tot. Die Scheibe klebte am Schoner von Gudlevskis oder klatschte gegen die Bande, nie im Netz. Trainer Thomas Popieschka nickte nur noch, als hätte er das Drehbuch selbst geschrieben.
Am Ende jubelte ein ganzes Stadion, das längst wusste: Dieser 3:1-Sieg ist mehr als drei Punkte. Es ist eine Kampfansage an die Liga – und ein Warnschuss an die Großen. In Bremerhaven glaubt man wieder an das Wunder aus der Hafenstadt. Die Pinguins schwimmen nicht mehr nur mit, sie jagen jetzt selbst.
