Piemont schreibt boccia-geschichte: final four und fib-award nach krimi gegen bassa valle
Saluzzo schafft das Unmögliche: Mit einem 3-Punkte-Sieg gegen Bassa Valle Helvetia rutscht Auxilium in letzter Sekunde in die Final Four der Serie A der Frauen und wird von der FIB zur "Top Team der Woche" gekürt. Die Partie am Sonntag war ein 90-Minuten-Krimi, der die Tabellensituation komplett auf den Kopf stellte.
Die boccia-kugel ist rund – und die piemontesinnen nutzten die gunst der stunde
Trainerin Michela Perassi hatte vorher gewarnt: "Bis zur letzten Kugel ist alles offen." Ihre Spielerinnen zeigten sich abgezockt, punkteten punktgenau und verdrängten Buttrio von Platz vier. Die Heimkulisse in Saluzzo war der sechte Mann, die Tribüne ein einziges Weiß-Rot-Flacker. Nach Abpfiff brach Jubel aus, der bis nach Feltre schallt – dort findet am 21. und 22. März das Endturnier statt.
Die Bilanz ist beeindruckend: nach einer verkorksten Vorsaison und personellem Umbruch steht der Verein erstmals seit 2022 wieder im Halbfinale. "Wir waren keine Favoritinnen, aber wir hatten eine Mission", sagt Leistungsträgerin Alessia Costanzo. Die 28-Jährige spielte mit 85 % Trefferquote auf den Punkt und trug damit maßgeblich zum Sieg bei. "Jetzt wollen wir den Titel, den wir vor zwei Jahren knapp verpasst haben."

Gegner noventa warnt bereits: "saluzzo kommt als geheimfavorit"
Die Semifinale-Auslosung beschert den Piemontesinnen den AC Noventa, einen erfahrenen Klub mit drei Nationteam-Spielerinnen. Doch die Tabellenform spricht für Saluzzo: fünf Siege in Serie, nur noch zwei Niederlagen im Kalenderjahr. "Wir haben nichts zu verlieren", sagt Perassi. "Druck hat nur, wer vorher schon gewonnen hat."
Die FIB würdigte das Team mit einem Sonderpreis für faire Kampfesweise und kontinuierliche Steigerung. 12.000 Euro Prämie fließen in den Nachwuchsbereich der Abteilung. Präsident Roberto Carlo Bianchi gratulierte persönlich: "Diese Mentalität ist italienischer Sports in Reinform."
Für Costanzo ist die Geschichte noch längst nicht zu Ende. "Wir haben den Knoten gesprengt. Wer jetzt noch an Tabellen denkt, verliert das Finale." Die Kugeln liegen bereit, Feltre wartet – und Saluzzo spielt bereits mit dem Gedanken an den ersten Meistertitel der Vereinsgeschichte.
