Pieckenhagen zieht konsequenzen: ofc-kader wird auseinander genommen

Kickers Offenbach bleibt in der Regionalliga, doch die Erleichterung wirkt wie ein schlechter Witz. Martin Pieckenhagen, seit Jahresende Sportgeschäftsführer, spricht Klartext: „Wir sind froh, dass wir über dem Strich stehen, aber froh sein kann man das nicht nennen.“ Der OFC stolpert mit hangelnder Mentalität in die Planungssaison – und der Boss kündigt radikale Einschnitte an.

Trainerfrage offen, stammplätze nicht mehr sicher

Mark Zimmermann übernahm im März ein Wrack und rettete es vor dem Abstieg. Verlängern? „Gespräche laufen“, sagt Pieckenhagen. Der 52-Jährige muss sich beweisen, aber er ist nicht das größte Baufeld. Die Spieler haben sich selbst ins Abseits manövriert. Nach dem 1:1 gegen Walldorf pfefferten die Fans ihren Frust auf den Rasen. „Das Feedback haben wir verdient“, kommentiert Zimmermann trocken.

Pieckenhagen legt nach: „Mentalität schlägt Talent – und die Mentalität hat gestimmt wie ein schiefes Rad.“ Die Konsequenz: Jeder Vertrag, jede Stammplatzgarantie wird neu verhandelt. Wer nicht bereit ist, Leidenschaft vor Technik zu stellen, fliegt. Der Boss will keine Tausendsassa, sondern Kämpfer, die auch bei Hitze und Gegenwind Vollgas geben.

Saarbrücken bleibt erstklassig – ofc muss sich selbst helfen

Saarbrücken bleibt erstklassig – ofc muss sich selbst helfen

Die Rettung kam von außen: Der 1. FC Saarbrücken rutscht nicht in die Regionalliga, weil die Insolvenzgefahr gebannt ist. Ein Scherbenhaufen weniger, aber Offenbach darf sich nicht täuschen. Die Lage bleibt prekär. Pieckenhagen hat jetzt vier Wochen, um ein neues Gerüst zu zimmern. „Wir werden hart scannen, wer bereit ist, für dieses Trikot zu brennen“, sagt er. Wer nur mitläuft, bekommt keinen neuen Pass.

Die Sommermonate werden laut. Der OFC muss sich neu erfinden, sonst droht 2027 dasselbe Drama. Pieckenhagen hat die Schere gezückt – und er wird sie benutzen.