Piastri verblasst mercedes und ferrari - aston droht debakel
Melbourne. 1:19,792 Minuten. Die Zahl hallt durch die Albert-Park-Garagen wie ein Schlag aufs Blech. Oscar Piastri hat im zweiten Freitagstraining den Heim-Grand-Prix schon mal mit einem Statement eröffnet: McLaren ist in der neuen Elektro-Ära der Formel 1 sofort vorne dabei. Dahin, wo Mercedes und Ferrari sich die Klinke in die Hand geben müssen.
Das Duo Kimi Antonelli und George Russell landete auf zwei und drei – ein halbes Zehntel fehlte auf Piastris Zeit. Lewis Hamilton und Charles Leclerc folgten erst dahinter. Die erste Session hatte noch Ferrari angeführt. Jetzt drehte sich das Blatt – und mit ihm die Frage: Wer hat die besseren Antworten auf die neue Hybrid-Regel, bei der nur noch 50 Prozent der Leistung aus dem Verbrenner kommt?
Verstappen und norris bleiben hängen
Max Verstappen war in der ersten Übung noch schnellster Mann, im zweiten Durchgang blieb der Red Bull in der Box stehen – Defekt, halbe Stunde weg, Platz sechs. Lando Norris, der am Sonntag mit der Startnummer 1 auf die Frontscheibe blickt, kämpfte ebenfalls mit Technik-Ärger und landete direkt hinter seinem Erzrivalen. Die Titel-Favoriten der vergangenen Saison schauen plötzlich zu, wie McLaren die neue Balance zwischen Batterie und Benzin sofort trifft.
Dahinter wartet schon das nächste Drama. Aston Martin rüttelt sich in den Boxen wortwörtlich auseinander. Die Power-Unit vibriert so stark, dass Adrian Newey offen von Nervenschäden an den Händen seiner Fahrer spricht. Fernando Alonso, zweifacher Weltmeister, steigt nach wenigen Runden aus und redet von „mentaler Schieflage“. Rückstand: über fünf Sekunden. Fragezeichen hinter eine Rennteilnahme.

Audi startet sauber, cadillac zittert
Gegen diese Schieflage wirkt der erste Auftritt von Audi wie ein Lehrbeispiel. Nico Hülkenberg rollte um 12:30 Uhr Ortszeit als erster Pilot überhaupt einen neuen A1-Boliden auf die Strecke – Plätze zwölf und 14 für ihn und Gabriel Bortoleto. Keine Spektakel, keine Vibrationen, nur solide Arbeit. Cadillac, das zweite Neulingsteam, bleibt dagegen mit technischen Warnsignalen hinter den Erwartungen.
Die Zeitenjagd von Melbourne zeigt: Die neue Hybrid-Formel schüttelt das Feld kräftig durch. McLaren hat die erste Antwort parat, Mercedes und Ferrari folgen auf Schleichwegen, Verstappen und Norris müssen nachlegen. Und Aston Martin? Das Team muss erst mal die Hände stillhalten können, bevor es um Sekunden geht. Sonntag um 5:00 Uhr deutscher Zeit ist Start – und mit ihm die erste Bewährungsprobe in einer Saison, die schon jetzt alles durcheinanderwirbelt.
