Piacenza zerbricht modena im tiebreak und zwingt die finalserie zurück nach hause
18. März, 22:41 Uhr, PalaBanca: Fünf Matchbälle brauchte Piacenza, um Modena zu Boden zu zwingen. 18:16 im Tiebreak, 3:2 im Spiel, 1:1 in der Serie. Die Gas Sales Bluenergy schreibt nach 158 Minuten Wahnsinn die erste Heimniederlage der Saison und schickt die gefürchtete Valsa Modena mit einem blutenden Knie in die Nacht.
Ohne comparoni und seddik liefert iyegbedeko die antwort
Chefcoach Boninfante musste auf seine beiden Leistungsträger verzichten – raus aus der Komfortzone, rein in die Zukunft. Der 2007er Jungspund Iyegbedeko bekam den Startplatz, kassierte direkt Druck von drei Seiten und lieferte dennoch die Punkte, die fehlten. Drei Blocks, zwei Asse, 11 Angriffspunkte – Zahlen, die in der Protokollzeile klein wirken, auf dem Feld aber jeden Modena-Angriff kaperten.
Die Zahlen des Abends aber trägt Luca Porro in seinem Rucksack: 21 Punkte, 55 % im Angriff, ein Aufschlag, der selbst Bruno Rezende zweimal zum Nachjustieren zwang. Komisch: Ausgerechnet die Aufschlagserie der Gastgeber war es, die im fünften Satz versiegte. Kein Ass mehr nach dem 8:8, dafür vier Fehler in Folge. Piacenza nutzte die Atempause, zog mit Mandiraci durch die Mitte und verwandelte den vierten Matchball mit einem Aufschlagreturn, der im Netzrollstuhl landete – ein Bild für die Götter.

Statistik, die schmerzt: modena vergeben 17 breakbälle
Die Valsa hatte 17 Möglichkeiten, das Spiel zu drehen, nutzte nur acht. Im vierten Satz lag sie 19:16, verlor trotzdem 21:25. Im Tiebreak 14:12 – und dann nichts mehr. Psychologie? Zufall? Nein, es war die kalte Effizienz von Piacenza, die in diesen Sekundenbruchteilen die Nerven behielt. Die Blockverteidigung stand, die Annahme lief über Recine wie ein Uhrwerk. Und Modena? Ein Schlag zu viel von Lavia, ein Zuspiel zu kurz, ein Aufschlag im Netz. Kleinigkeiten, die Serien entscheiden.
Montag, 12 Stunden später, steht schon die Videoanalyse an. Denn Dienstag um 20:30 Uhr geht’s zurück ins PalaPanini, wo Modena in dieser Saison noch ungeschlagen ist. Die Serie steht 1:1, aber die Kräfteverteilung hat sich verschoben. Piacenza hat bewiesen: Ohre Comparoni geht es – wenn der Rest der Mannschaft bereit ist, sich in die Nesseln zu setzen. Für Modena wird die Rechnung komplizierter: Mit nur fünf Italienern auf dem Feld sind die Wechseloptionen begrenzt. Coach Giani muss seine Rotation über Nacht neu erfinden.
Die Playoffs liefern genau das, was die Liga versprochen hat: Herzklopfen bis zum letzten Punkt. Und einen Jungen namens Iyegbedeko, der sich mit 16 Jahren schon jetzt in die Geschichtsbücher spielt – wenn er denn überhaupt noch in der Schule erscheint. Die nächste Lektüre steht am Dienstag an, erst mal schläft die Valsa mit einem blauen Auge. Die Gas Sales hingen schon wieder an der Powerbank – und wissen: Jetzt haben sie Modena dort, wo es weh tut. Im Tiebreak. Im Kopf.
