Pfattheicher schraubt siebenmeter-rekord auf 101 – balinger läuft der liga davon

Sascha Pfattheicher jagt nicht mehr nur die gegnerischen Abwehrreihen, er jagt die Geschichte. Mit 101 verwandelten Siebenmetern aus 24 Spieltagen hat der Balinger Linkshänder eine Marke erreicht, die selbst in den wildesten Excel-Tabellen der Liga noch kein Statistiker gefunden hatte.

182 Tore stehen inzwischen in seiner Spalte – 40 mehr als der ärgste Verfolger Frieder Bandlow aus Nordhorn. Die Zahl ist so laut, dass sie selbst in der lärmbelasteten Halle ertönt, bevor das Spiel beginnt. 101 Siebenmeter bedeuten: Fast jeder zweite Treffer des Tabellenführers stammt vom Punkt. Das ist keine Spezialität, das ist Ausputzen vom Band.

Was hinter der quote steckt

Was hinter der quote steckt

Pfattheicher selbst schulterzuckt das Thema weg. „Ich schaue nur, dass der Ball reinfliegt“, sagt er nach dem jüngsten 32:28 in Rimpar. Dabei verbirgt sich hinter der Quote ein System: Balingen läuft schnell, zieht früh Fouls und stellt den Gegner sofort vor die Wahl: Foulspiel akzeptieren oder Siebenmeter riskieren. Die Antwort lautet meistens Penalty. Und Penalty heißt Pfattheicher.

Die Folge ist ein Polster, das selbst formstarke Aufsteiger nicht mehr einholen. Oppenweilers Timm Buck schafft 130 Treffer, bleibt aber trotz Tempo-Gegenstoß-System 52 Tore hinter dem Führenden. Julius Dierberg aus Dresden nagelt 122 Mal ein, doch selbst seine 66 Strafwürfe reichen nicht an die 101 des Balingers heran.

Die Liga schaut zu, wie ein einzelner Spieler die Torschützenliste zur Monolog-Bühne umbaut. Die Frage ist nicht mehr, ob Pfattheicher die 200 knackt – sondern wann. Bei dieser Geschwindigkeit dürfte er Anfang März die Marke passieren. Dann steht die Rückrunde noch vor ihm. Und die Gegner wissen: Ein Foul ist halb so wild – solange nur jemand anders als Sascha Pfattheicher am Strich steht.