Petros peilt london: kann er den deutschen rekord brechen?
Amanal Petros, der deutsche Marathon-Vizeweltmeister, setzt seine Erfolgssträhne fort und richtet nun seinen Blick auf einen weiteren Rekordversuch beim London-Marathon. Nach deutschen Erfolgen im Halbmarathon und Marathon will der 30-Jährige in London beweisen, dass er zu den absoluten Weltspitzenläufern gehört.
Die lehre aus dem vorjahr: hektik vermeiden
Petros’ Reise zum Marathonläufer von Weltklasse ist bemerkenswert. Seine Flucht aus Äthiopien vor 14 Jahren und der Neuanfang in Deutschland haben ihn zu dem gemacht, was er heute ist: Ein Athlet mit außergewöhnlicher Willenskraft und Ausdauer. Der London-Marathon bietet ihm nun die Chance, aus seinen Erfahrungen zu lernen. Im Vorjahr erreichte er als Achter zwar ein respektables Ergebnis, erkannte aber, dass seine Renntaktik – ein hektisches Wechseln des Tempos und zu wenig Flüssigkeitszufuhr – nicht optimal war. „Ich bin letztes Jahr in London zu hektisch gelaufen“, räumt Petros ein. „Ich habe das Tempo immer wieder gewechselt, und das hat unheimlich viel Energie gekostet.“

Die mama in äthiopien fiebert mit
Während Petros auf den Straßen von London seine Bestzeit jagen wird, sitzt seine Mutter in Äthiopien vor dem Bildschirm und fiebert mit. Die emotionale Verbindung zu seiner Familie, insbesondere zu seiner Mutter, ist für Petros eine unerschöpfliche Quelle der Motivation. „Das ist mein Sohn“, sagt sie voller Stolz, wenn sie seine Erfolge verfolgt. Die Möglichkeit, diese Momente mit ihr zu teilen, auch wenn sie nicht persönlich anwesend sein kann, gibt Petros zusätzliche Kraft.

Valencia und berlin: zwischenstopps auf dem weg zum rekord
Die letzten Monate waren für Petros geprägt von zahlreichen Triumphen. Der deutsche Marathon-Rekord in Valencia, der deutsche Halbmarathon-Rekord in Berlin – diese Erfolge sind nur ein Teil seiner beeindruckenden Leistungskurve. Seine Vorbereitung in Kenia auf 2.500 Metern Höhe, verbunden mit dem Halbmarathon in Berlin, wo er seinen eigenen Rekord um neun Sekunden unterbot, zeugen von seiner Disziplin und seinem Engagement.

Mehr als nur ein marathonläufer: ein buch über freiheit
Petros’ Geschichte ist mehr als nur die eines erfolgreichen Sportlers. Seine Autobiografie „42,195 Kilometer – mein langer Lauf in die Freiheit“, die Anfang August erscheint, erzählt von seiner persönlichen Reise, den Herausforderungen und der überwältigenden Freude, die der Sport ihm schenkt. Ein Buch, das nicht nur Sportfans, sondern alle Menschen berühren wird, die nach Freiheit und Selbstverwirklichung suchen.
Busemann: petros hat noch viel vor
Experten wie Frank Busemann sind überzeugt, dass Petros noch lange nicht am Ende seiner Karriere angelangt ist. „Mit 30 Jahren ist er auch noch nicht der Älteste im Ausdauerbereich“, betont der ehemalige Zehnkämpfer. Seine perfekte Marathon-Statur und die mentale Stärke eines Siegers machen ihn zu einem der vielversprechendsten Marathonläufer der Welt.
Petros startet am Sonntag um 10.35 Uhr deutscher Zeit in London. Er selbst ist optimistisch: „Ich reise mit einer riesengroßen positiven Einstellung zum London-Marathon. Ich würde gerne deutschen Rekord laufen.“ Die Welt hält den Atem an.
