Petkov-doppelpack schickt elversberg an die spitze – bielefeld kassiert k.o. in unterzahl

Lukas Petkov schlägt zu wie ein Boxer, der seinen Gegner schon in der ersten Runde wittert. Mit zwei Treffern in 31 Minuten zerlegt der Bulgare die Bielefelder Abwehr, und die SV Elversberg schießt sich – zumindest für 24 Stunden – an die Tabellenspitze der 2. Bundesliga. Das 3:1 gegen Arminia Bielefeld ist keine Demonstration, es ist eine Demütigung.

Rote karte für mehlem wird zur zündung

Rote karte für mehlem wird zur zündung

Die Gäste helfen mit. Marvin Mehlem räumt Luca Schnellbacher mit offener Sohle ab, Ref Felix Bickel zückt Rot – und die Partie kippt endgültig. Elversberg spielt fortan wie auf Droge: Schnellbacher schaltet zwei Gegner aus, Petkov netzt mit links ins lange Eck. Die Kaiserlinde tobt, Bielefeld zittert. Trainer Mitch Kniat stapft nach dem Abpfiff wie ein Betrunkener über den Rasen: „Wir müssen einiges aufarbeiten“, sagt er knapp – und meint damit wohl die gesamte Saison.

Die Zahlen sind gnadenlos: 15:3 Torschüsse nach der Pause, 63 Prozent Ballbesitz, 726 Pässe – Elversberg verwandelt den Kellerklub in eine Schießbude. Amara Condé vollstreckt zum 3:0, Christopher Lannerts Anschlusstor kommt zu spät, um noch Hoffnung zu säen. Die Arminia bleibt Letzter, nur zwei Punkte vom rettenden Ufer, der Abstieg droht wie ein Sturm auf offener See.

Für Elversberg geht die Jagd weiter. Mit 53 Punkten haben die Saarländer jetzt die beste Ausgangslage seit dem Wiederaufstieg – und sie wissen: Am 33. Spieltag gastiert Schalke in der Kaiserlinde. Dann wird sich zeigen, ob Petkov & Co. nur ein Frühlingsmärchen schreiben oder tatsächlich den Aufstieg wagen. Die Fans jedenfalls singen bereits „Wir wollen nach Berlin“ – und meinen damit das Pokalfinale und die Bundesliga gleichermaßen.