Peterka verspielt heimvorteil mit utah in letzter sekunde
John-Jason Peterka spürte den Schock, der ganze Delta Center verstummte. Nach 99 Minuten und 47 Sekunden krachte Shea Theodores Schuss zum 5:4 für Vegas ins Netz – und Utah Mammoth musste die Serie plötzlich wieder bei 2:2 sehen.
Der münchner bleibt in der postseason blank
Peterka stand am vergangenen Dienstag 10:06 Minuten auf dem Eis, feuerte zwei Schüsse ab, verfehlte knapp, verpasst Assists, verpasst den ersten Playoff-Punkt seiner jungen Karriere. Die Zahlen sind hart: 47 Saisontore in der Regular Season, null in vier Playoff-Partien. Die Frage, die sich Utahs Trainerstaben stellt: Wann platzt der Knoten?
Die Mammoth dominierten die erste Hälfte, führten zweimal mit zwei Toren, verloren aber den Rhythmus, als Vegas in der 47. Minute das Powerplay nutzte. Die Golden Knights schalteten schneller um, grätschten tiefer, entschieden die Slot-Kämpfe für sich. Utahs Defense-Paarung McBain-Faber kassierte drei der fünf Gegentore, weil sie die blaue Linie zu früh öffnete. Trotz 38:28 Schüssen zugunsten der Hausherren ging der Zähler am Ende nach Nevada.

Overtime-krimi mit ansage
Die Verlängerung entlarvte Utahs größte Schwäche: Umschaltmoment nach Ballgewinn. Zweimal verpasste Peterka den Konter, weil Vegas mit nur zwei Wechseln frische Beine aufs Eis schickte. Als Theodore den Puck nach einem abgewehrten Slapshot zurückbekam, hatte er Zeit, den Stock zu laden – keine Sauger, kein Block. Torhüter Justus Annunen sah den Puck zu spät, Utah kassierte die dritte OT-Niederlage in Serie.
Die Serie geht nun nach Nevada, wo am Donnerstag um 3:00 Uhr Ortszeit Spiel fünf folgt. Die Mammath müssen mindestens einen Sieg in der T-Mobile-Arena holen, will sie nicht von der Bande winken. Die Statistik spricht gegen sie: Teams, die nach dem 2:2 die nächste Partie verlieren, scheitern zu 71 % in der ersten Runde.
Peterka selbst schlurfte nach dem Spiel durch den Mixed Zone-Korridor, Mikrofone streckten sich, er schüttelte nur den Kopf. „Wir haben es verschlafen, die Scheibe tief zu halten“, sagte er leise. Es klang wie ein Vorwurf an sich selbst. Die nächste Nacht wird zeigen, ob der 24-Jährige endlich die Kälte der Postseason durchbricht – oder ob Utahs Märchen bald ein abruptes Ende findet.
