Pellegrini schreibt betis-geschichte: 300 spiele, kein trainer schaffte das
San Mamés, vergangener Sonntag. Kein Sieg, kein Jubel — und trotzdem ein historischer Moment. Manuel Pellegrini bestritt sein 300. Pflichtspiel als Trainer von Real Betis. Eine Zahl, die in fast 120 Jahren Vereinsgeschichte noch kein Trainer vor ihm erreicht hat. Nicht einer.
Eine marke, die niemand sonst gesetzt hat
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: 141 Siege, 81 Unentschieden, 78 Niederlagen. Dazu 472 erzielte und 354 kassierte Tore. Pellegrini ist nicht nur der Trainer mit den meisten Spielen auf der Betis-Bank — er ist auch derjenige, der den Verein am häufigsten zum Sieg geführt hat. Lorenzo Serra Ferrer kommt auf 263 Spiele und 116 Siege. Pepe Mel auf 202 Spiele, 88 Siege. Der Chilene lässt sie alle weit hinter sich.
Und es gibt noch eine weitere Dimension: Pellegrini gehört zu einer Handvoll Trainer, die mit Betis tatsächlich einen Titel geholt haben. 2022 gewann er die Copa del Rey — und reihte sich damit neben Legenden wie Patrick O'Connell (Meisterschaft 1934-35), Rafael Iriondo (Copa 1976-77) und Serra Ferrer (Copa 2004-05) ein. Ein exklusiver Kreis, in den man nicht durch Dienstjahre gelangt, sondern durch Trophäen.

Fünf mal europa in folge — das hatte betis noch nie
Als Pellegrini im Sommer 2020 mitten in der Pandemie in Sevilla ankam, war die Erwartungshaltung gedämpft. Was folgte, übertraf selbst die optimistischsten Prognosen. Fünf aufeinanderfolgende Qualifikationen für den europäischen Fußball — kein Betis-Trainer hatte das je geschafft. Und im Mai 2024 führte er die Grün-Weißen in Breslau in die erste europäische Endspiel der Vereinsgeschichte, gegen Chelsea in der Conference League.
Was Pellegrini dem Verein gegeben hat, lässt sich nicht nur in Statistiken messen. Er hat Betis die Ruhe zurückgegeben, die der Klub seit den Zeiten von Serra Ferrer nicht mehr kannte. Trainer kamen und gingen, Krisen explodierten, Spieler wurden verheizt. Mit dem Chilenen kam Kontinuität — und mit der Kontinuität kamen Ergebnisse. Seine Vertragsverlängerungen wurden nicht verhandelt, sie wurden gefeiert.

Die offenen rechnungen einer fast perfekten ära
Neun Ligaspieltage stehen noch aus. Betis belegt aktuell Platz fünf — einen Rang, der in dieser Saison den Einzug in die Champions League bedeuten könnte. Das wäre das letzte große Kapitel, das Pellegrini in Heliópolis noch fehlt. Dazu kommt die Europa League, in der er seinen Verein nicht nur in eine zweite kontinentale Endspiel führen will, sondern erstmals zum Titel in einem UEFA-Wettbewerb.
Danach wartet die chilenische Nationalmannschaft auf ihn. Aber das ist Zukunft. Jetzt, mit 300 Spielen im Rücken und einem Vertrag bis 2027, schreibt Pellegrini weiter. Und er ist noch lange nicht fertig.
