Pedro martínez zerstört heim-mythos: budget entscheidet, nicht das publikum

Pedro Martínez schickt eine Kampfansage Richtung Athen – und liefert dabei eine Abrechnung mit dem Märchen vom Heimvorteil. „Favorit ist, wer Millionen in Stars gebuttert hat, nicht wer zuletzt pfeift“, sagt der Valencia-Basket-Coach vor dem Euroliga-Viertelfinal-Auftakt gegen Panathinaikos. Die Rollen sind klar: seine Jungen gegen einen „Transatlantiker, der gebaut ist, um den Pokal mitzunehmen“.

Roig arena wird zur schule der nerven

Die Statistik? Valencia landete in der Regular Season vor dem griechischen Riesen, also Spiel 1 und ggf. 5 in der heimischen Halle. Doch Martínez wischt das mit einer Handbewegung beiseite: „Wenn wir uns deshalb unbesiegbar fühlen, verlieren wir am Dienstabend mit offenen Augen.“ Der 58-Jährige zieht den Vergleich zum jüngsten 72:84 gegen Real Madrid: „Die haben uns vorgeführt – und trotzdem steht keiner auf der Panik-Taste. Genauso wird es gegen Panathinaikos laufen: Sie provozieren Fehler, wir müssen mit der Unvollkommenheit leben.“

Die Kader-Kluft beschreibt er mit harten Zahlen. Panathinaikos verschlang im Sommer Millionen für Kendrick Nunn, Kostas Sloukas und Co. Valencia setzt auf Aufsteiger wie Jean Montero und überraschende Performer wie Darius Thompson. „Nur Matt Costello und Thompson kennen diese Druckkochtopf-Atmosphäre“, rechnet Martífer vor. „Die Griechen wollen nicht nur Final Four, sie wollen gewinnen. Uns reicht schon der Gedanke, sie zu ärgern.“

Ataman, pradilla und die kunst der anpassung

Ataman, pradilla und die kunst der anpassung

Ergin Ataman, der türkische Erfolgsgarant an der Seitenlinie der Griechen, bekommt ein Sonderlob: „Mit einem Team gewinnen ist schwer – mit mehreren Klubs die Krone zu holen, ist beinahe unmöglich. Er schreibt Geschichte.“ Martínez’ Antwort darauf heißt Flexibilität. Ohne Xabi López-Arostegui, dafür aber mit zurückgekehrten Verletzten Jaime Pradilla und Omari Moore, plant er ein „Szenario-Baukasten-Spiel“. „Panathinaikos kann auf fünf Positionen umschalten. Wir müssen wie Jazz-Musiker reagieren – nicht nach dem zweiten Fehler aufhören zu spielen, sondern ins nächste Solo starten.“

Der Faktor Halle werde erst im entscheidenden fünften Spiel wirklich zählen, glaubt er. „Bis dahin zählen Intensität und Cleverness.“ Die Marschroute klingt bescheiden, ist aber ein gezielter Stachel: „Perfektion gibt’s nicht gegen diesen Gegner. Aber eine perfekte Einstellung schon – und die kostet kein Extra-Budget.“