Pavlovic wird zum neuen müller: eberls vergleich löst beben aus

Max Eberl hat den Begriff „Müller 2.0“ in den Raum gestellt – und damit eine Debatte entfacht, die bis nach Kanada reicht. Der Sportvorstand des FC Bayern pries Aleksandar Pavlovic nach dem 3:0 in Berlin als „erbitteten Kämpfer“, der sich „nie als Top-Talent“ gesehen habe, nun aber „auf dem Weg zu einer Legendenummer“ sei.

Warum der vergleich nicht nur marketing ist

Thomas Müller war 25 Jahre lang das Gesicht der Bayern-Identität. Er kam mit 10, ging mit 34 – und hinterließ eine Lücke, die man in München nicht einfach vergessen wollte. Pavlovic, seit 2011 im Verein, rutschte lange unter dem Radar. Kein U-Nationalspieler, kein Hype-Boy, dafür ein Workaholic, der nach Trainingsende noch 200 Pässe gegen die Wand schoss. Als Tuchel ihn im Februar 2023 gegen Mainz ranwarf, war die Devise: Notlösung. Stattdessen lieferte der damals 19-Jährige 90 Minuten Pressing-Geometrie und gewann 17 von 18 Zweikämpfen. Seitdem fehlt er nur einmal in der Startelf – wegen einer Grippe.

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: 33 Pflichtspiele in dieser Saison, 3.127 gespielte Minuten, 92 Prozent Passquote, 56 Ballgewinne im gegnerischen Drittel. „Er frisst Meter, ohne zu lamentieren“, sagt Eberl. „Genau das haben wir nach Müllers Abflug vermisst: Einen, der das Spiel versteht und trotzdem ackert wie ein Sechser aus der Kreisliga.“

Nagelsmanns versteckte botschaft an den verein

Nagelsmanns versteckte botschaft an den verein

Julian Nagelsmann nutzte das Länderspiel gegen die Niederlande, um eine interne Mail zu versenden. „Pavlo spielt immer den gleichen Stiefel“, sagte er im kicker – Codewort für: Ihr könnt euch auf ihn verlassen, also verlängert vorzeitig. Der DFB-Coach ließ durchblicken, dass Pavlovic in seiner EURO-Planung schon fest eingeplant ist. „Wenn ich einen Sechser suche, der Kimmich entlastet und gleichzeitig die halb-offene Flanke schlägt, ist er mein erster Anruf.“

Intern heißt es, die Vertragsverlängerung bis 2029 sei nur ein Platzhalter. Eine Klausel für die Trikotnummer 25 – Müllers alte Nummer – liegt laut SPORT1 schon unterschriftsreif in der Schublade. „Wenn er so weitermacht, zieht er die Nummer einfach durch“, raunt ein Vereinsinsider. „Die Fans haben ihn schon jetzt als „Sasha 25“ in diversen Fanforen getauft.

Die goldene mitte zwischen kimmich und goretzka

Die Bayern-Mitte war jahrelang ein Pulverfass: Kimmich dirigierend, Goretzka powernd, aber keiner, der beides kann. Pavlovic schafft das Kunststück, 70-Meter-Laufwege in der 89. Minute zu absolvieren und Sekunden später die Öffnung zwischen Innen- und Außenverteidiger zu sehen. Gegen Leipzig schob er sich in der 2. Halbzeit dreimal in die Lücke, die Laimer eigentlich für sich reserviert hatte – und erobarte den Ball jedes Mal zurück. „Das ist keine Fitness, das ist Gehirntraining“, sagt Co-Trainer Dino Toppmöller. „Er kennt die Gegner besser als sie sich selbst.“

Die Frage ist nicht mehr, ob Pavlovic die Müller-Fackel übernehmen wird – sondern wann. Sein Marktwert stieg seit Januar von 18 auf 45 Millionen Euro. Manchester City soll ein 70-Millionen-Paket bereitliegen haben. Die Bayern reagierten mit einem Handschlag-Verbot: Keine Gesprässe, keine Klausel, kein Preisschild. „Wir haben gelernt, dass man Identität nicht kaufen, sondern erhalten kann“, sagt Eberl und spielt damit auf die Lewandowski- und Kroos-Verkäufe an.

Pavlovic selbst wischt die Müller-Parabel beiseite – mit einem Lächeln, das genau so bissig ist wie Müllers einst. „Ich will kein 2.0 sein, ich will Aleks 1.0.“ Die Bundesliga sollte sich warm anziehen. Denn wenn ein 21-Jähriger schon jetzt die Geschwindigkeit von Kimmich und die Übersicht von Kroos vereint, wird die nächste Dekade dunkelrot statt himmelblau. Und die Nummer 25? Die wird nie wieder verliehen werden – höchstens weitergetragen.