Paula blasi explodiert aus dem schatten und jagt pogacar zum tour-start
Paula Blasi wollte eigentlich warten, bis sie „in drei oder vier Jahren“ eine große Rundfertig gewinnen würde. Stattdessen fuhr sie LaVuelta, Amstel Gold und die Volta a Catalunya davon – in einem einzigen Frühling.
Von esplugues ins rampenlicht
Die 23-jährige Katalanin, die in derselben Kleinstadt wie Fußballwunderkind Lamine Yamal aufwuchs, trat bisher so leise auf, dass Demi Vollering ihr kaum zunickte. Heute grüßt selbst Vollering zurück. „Es kommt mir noch komisch vor“, sagt Blasi der Nachrichtenagentur EFE – und meint damit nicht die Höflichkeit, sondern die Tatsache, dass ein Saisonplan, der sie eigentlich schützen sollte, sie stattdessen zum Favoriten machte.
Das UAE Team ADQ hatte ihr vor der Vuelta erklärt, Druck sei fehl am Platz. Blasi hörte zu, nickte – und dachte: „Ich will jetzt gewinnen.“ Das tat sie dann auch. In La Molina zündete sie das Rennen, kontrollierte in Barcelona das Finale und fuhr nicht nur das Gelbe Trikot nach Hause, sondern auch Berg-, U23- und Katalaninnenwertung. Ein Komplettpaket, das selbst Tadej Pogačar beeindruckt.TAG12 Denn während sich Blasi
Pogacar, schweiz und das duell, das niemand plante
Blasi tritt dieselbe Startlinie an, doch ihre Rechnung ist anders. „Ich bin noch ein Hühnchen“, sagt sie und lacht das Lachen einer Frau, die weiß, dass der Rest des Pelotons längst anders über sie spricht. In ihrem Kopf bleibt sie Neuling, in den Datenbanken steht sie bereits als Favoritin.

Die nächste falle: paris-roubaix
Nach dem Tour-Gipfel wartet der Klassikerkalender. Paris-Roubaix, Flandern, Amstel – alles steht auf ihrer Liste. „Ich habe so viel Hunger“, sagt sie, „dass ich im Januar wieder auf Null zurück will.“ Das klingt nicht nach Respekt, sondern nach Gier. Und Gier frisst Zeitpläne.
Die spanische Presse feiert sie als neue Ikone, doch Blasi erinnert sich lieber an die Tage, in denen sie „weit weg vom großen Mikrofon“ fuhr. Die Tage sind vorbei. Wer LaVuelta gewinnt, der trägt auch das UAE-Trainingslager an. Und wenn Pogacar in drei Wochen seine fünfte Tour startet, schickt die Mannschaft neben ihm eine 23-Jährige, die noch nie eine Grand-Tour-Etappe verlor – weil sie noch nie eine fuhr.
Der Countdown läuft. Frankreich wartet. Und Paula Blasi schaut nicht mehr zurück.
