Paris-roubaix: gouvenou enthüllt, wie die "hölle des nordens" entsteht

Die Vorbereitungen für das härteste Radrennen der Welt laufen auf Hochtouren. Streckenchef Thierry Gouvenou gewährte einen exklusiven Blick hinter die Kulissen von Paris-Roubaix und offenbarte, wie aus einer anspruchsvollen Strecke eine legendäre Prüfung für die Weltspitze wird.

Die pavés: mehr als nur kopfsteinpflaster

Paris-Roubaix ist kein gewöhnliches Radrennen. Es ist ein Mythos, eine Prüfung der Nerven und eine Zerreißprobe für Mensch und Material. Gouvenou erklärt, dass das Ziel stets darin besteht, das Rennen „schwer und selektiv“ zu gestalten. Das bedeutet: Eine Kombination aus langen, unebenen Kopfsteinpflasterabschnitten und strategisch platzierten Sektoren, die das Feld immer wieder neu ordnen.

Die Auswahl der Sektoren ist dabei ein komplexer Prozess. Gouvenou und sein Team erkunden die Region regelmäßig, um den Zustand der Pavés zu beurteilen und neue Abschnitte in das Rennen zu integrieren. Dabei spielen auch die Wünsche der lokalen Gemeinden eine Rolle. Der Bürgermeister von Biastre beispielsweise, der regelmäßig nach dem Rechten schaut, hat maßgeblich dazu beigetragen, dass sein Ort erneut im Parcours vertreten ist.

Ein besonderes Augenmerk gilt der Instandhaltung der Strecke. Die „Amis de Paris-Roubaix“, ein Verein von engagierten Helfern, spielen dabei eine entscheidende Rolle. Sie reinigen die Kopfsteinpflaster, reparieren beschädigte Abschnitte und sorgen dafür, dass die Strecke in einem fahrbaren Zustand ist. Selbst Ziegen kommen zum Einsatz, um Unkraut und Gestrüpp zwischen den Pavés zu entfernen – eine ungewöhnliche, aber effektive Methode.

Wetterbericht entscheidet über den schwierigkeitsgrad

Wetterbericht entscheidet über den schwierigkeitsgrad

Ein entscheidender Faktor für den Schwierigkeitsgrad von Paris-Roubaix ist das Wetter. Während trockene Bedingungen die Strecke hart, aber berechenbar machen, verwandelt Regen die Pavés in eine tückische Rutsche. „Wenn es regnet, ändert sich alles“, erklärt Gouvenou. „Die Sektoren werden glitschig und gefährlich, Stürze sind programmiert.“

Die Vorfreude auf das Rennen am kommenden Sonntag ist groß. Das Duell zwischen Mathieu van der Poel, dem dreimaligen Titelverteidiger, und Tadej Pogacar, dem aktuellen Tour-de-France-Sieger, verspricht ein packendes Spektakel. Gouvenou ist sich sicher: „Van der Poel hat leichte Vorteile, aber Pogacars Teilnahme macht das Rennen noch spannender.“

Die „Königin der Klassiker“ steht vor der Tür. Ein Rennen, das die Grenzen des menschlichen Ausdauers auslotet und die Zuschauer in seinen Bann zieht. Und Gouvenou weiß: „Paris-Roubaix ist mehr als nur ein Radrennen. Es ist ein Stück Geschichte, ein Stück Tradition und ein Stück Leidenschaft.“