Paris schlägt zu, schweiz bleibt blass – das finale ohne edelmetall
Dominik Paris hat dem Weltcup-Finale in Saalbach seine Handschrift aufgedrückt – und die Schweiz ihren zweiten Speed-Blindgang dieser Saison eingefangen. Mit der Startnummer 13 riss der Südtiroler auch den Super-G an sich, nachdem er am Vortag schon die Abfahrt dominiert hatte. Vincent Kriechmayr wurde seiner Fahrt über die Zeit von Paris nie Herr, blieb aber mit 0,07 Sekunden Rückstand souverän Zweiter. Dahinter landete Raphael Haaser, der sich mit Bronze zufriedengeben musste.
Die Schweizer? Kamen, sahen, verpassten. Alexis Monney fuhr als bestes Eidgenossen-Eigengewächs auf Rang vier, 0,66 Sekunden hinter Paris. Genug, um sich mit den Schultern zu zucken, zu wenig, um das Podest zu erklimmen. Stefan Rogentin lieferte wie so oft eine solide Vorlage ab und landete auf Platz sechs. Doch wer in den letzten Wochen die kleine Kristallkugel im Super-G an Marco Odermatt verschickt hatte, musste feststellen: Auch ein Kaiser kann einen rabenschwarzen Tag erwischen.
Odermatt verpasst punkte – zum ersten mal seit 2022
Der Weltcup-Gesamtsieger fuhr sich in seinem 43. Super-G seit 2020 erstmals komplett aus den Punkterängen. 1,80 Sekunden Rückstand bedeuteten Rang 16 – und die Gewissheit, dass selbst Superstars nur Menschen sind. Franjo von Allmen rettete mit Platz zehn gerade noch das Gesicht, doch die Statistik nagt: erst das zweite Speed-Rennen ohne Schweizer Podest, nachdem in Beaver Creek bereits die erste Warnung folgte.
Für Paris ist der Doppelsieg ein spätes Exclamation-Mark-Wochenende. Nach Kreuzband-Operation und Winter ohne Medaillen meldet der 34-Jährige sich zurück auf der großen Bühne. Die Devise des Tages: Risiko früh, Tempo durchgezogen, Fehler null. Besonders der drite Sektor katapultierte ihn nach vorn – 1,2 km, in denen er die Uhr um vier Hundertstel auseinander nahm.

Die disziplinen-wertung steht, die schweiz muss umdenken
Kriechmayr und Haaser schließen das Ranking auf zwei und drei ab, doch die kleine Kristallkugel bleibt bei Odermatt, der sie sich in Kitzbühel schon gesichert hatte. Die Lehre des Tages: Wer in der Speed-Variante ganz oben mitspielen will, kann sich keine Ausreißer leisten. Paris bewies, dass Erfahrung und Siegeswillen auch nach Verletzungen nicht verfallen. Die Schweizer Speed-Herren bekamen eine Ermahnung – und fast zwei Monate Zeit, bis in Garmisch wieder die Startnummern fallen.
