Paralympics 2026: dbs hält trotz russischer teilnahme an eröffnungsfeier fest
Dbs-präsident michels lehnt boykott ab
Der Deutsche Behindertensportverband (DBS) wird nicht die Eröffnungsfeier der Paralympischen Winterspiele 2026 in Mailand und Cortina d’Ampezzo boykottieren, trotz der umstrittenen Teilnahme von Athleten aus Russland und Belarus. DBS-Präsident Hans-Jörg Michels betonte, dass der Fokus auf den sportlichen Wettkämpfen liegen solle. „Wir werden den Fokus auf die sportlichen Wettkämpfe legen. Von einem Boykott halte ich persönlich nichts“, so Michels.

Gründe für die entscheidung
Michels begründete die Entscheidung mit der Erfahrung, dass Boykotte in der Vergangenheit selten zu positiven Veränderungen im Sport geführt hätten. Er betonte jedoch die klare Position des DBS: „Wir verurteilen den Angriffskrieg, haben uns deutlich gegen eine Teilnahme von Athletinnen und Athleten aus Russland und Belarus ausgesprochen und stehen solidarisch an der Seite der Ukraine“, erklärte der DBS-Präsident. Er übernahm das Amt erst im letzten Sommer von Friedhelm Julius Beucher.
Teilnahme russischer und belarussischer athleten
Insgesamt dürfen sechs russische und vier belarussische Athleten mit einer Wildcard an den Winterspielen teilnehmen. Diese Entscheidung des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC) hat zu massiver Kritik geführt, insbesondere aus der Ukraine und von anderen osteuropäischen Staaten.
Ukraine und andere länder boykottieren die eröffnungsfeier
Die Ukraine hat bereits angekündigt, die Eröffnungsfeier im Amphitheater von Verona zu boykottieren. Ihr schließen sich Tschechien, Finnland, Polen, Estland und Lettland an. Das IPC zeigte Verständnis für die Enttäuschung, wies aber auf den demokratischen Entscheidungsprozess hin.
Kritik am ipc und mögliche protestaktionen
Michels äußerte seine Unverständnis über die Rückkehr der russischen Flagge auf die große Sportbühne. „Das ist für uns ganz schwer nachvollziehbar und kaum erträglich“, sagte er. Obwohl der DBS die Entscheidung des IPC akzeptieren müsse, widerspreche diese der eigenen moralisch-ethischen Grundhaltung. Eine Protestaktion während der Winter-Paralympics sei grundsätzlich möglich, aber der DBS werde keinen entsprechenden Vorstoß unternehmen.
Zielsetzung für die paralympics 2026
Trotz der politischen Umstände fokussiert sich der DBS auf die sportliche Leistung. „Unser Ziel ist Platz 5“, erklärte ein Para-Eishockey-Athlet. Der DBS möchte die Athleten bestmöglich unterstützen und ihnen eine erfolgreiche Teilnahme ermöglichen.
Weitere informationen
- Russland darf bei Paralympics unter eigener Flagge starten (17.02.2026)
- Warner Bros. Discovery sichert sich Highlight-Rechte an Paralympics (16.10.2025)
