Para-em-streichung: schäfer kritisiert "desaster" für athleten
Ein Schock für die deutsche Para-Athletik: Die Absage der bevorstehenden Europameisterschaften wirft lange Schatten. Leon Schäfer, Deutschlands Para-Sportler des Jahres 2023, äußert in deutlicher Kritik sein Unverständnis und bezeichnet die Situation als "Desaster". Die Nachricht trifft die Athleten hart und gefährdet nicht nur ihre Sichtbarkeit, sondern auch wichtige finanzielle Grundlagen.

Verpasste chance für junge talente
Die Streichung der EM bedeutet mehr als nur das Aus für ein wichtiges Turnier. Gerade für junge Athleten, die auf dieser Bühne erste Erfahrungen sammeln und sich präsentieren wollen, ist es ein schwerer Rückschlag. Schäfer betont: "Eine EM ist eine sehr gute Bühne, um sich zu zeigen und erste Erfahrungen zu sammeln. Weil die Leistungsdichte einfach nicht so groß ist wie bei einer WM. Diese Chance wird ihnen aber nun genommen." Die Hoffnung auf Medaillen und die damit verbundene Anerkennung gehen verloren.
Ein Schlag für die Förderung Die Para-Sportler sind auf Großveranstaltungen angewiesen, um Aufmerksamkeit zu generieren und Sponsoren zu gewinnen. "Da hängt sehr viel dran, zum Beispiel Fördergelder oder Sponsorenverträge“, erklärt Schäfer. Ohne die EM droht ein Teufelskreis: Weniger Sichtbarkeit führt zu weniger Sponsoring, was wiederum die Trainingsbedingungen und die Entwicklung des Sports beeinträchtigt.
Die Suche nach einem Ausrichter unter der Woche verlief ergebnislos, womit der Weltverband World Para Athletics einen wichtigen Schritt auf dem Weg zu den Paralympics 2028 verpasst hat. Die fehlende EM ist nicht nur ein sportlicher Verlust, sondern auch ein Zeichen für die anhaltenden organisatorischen Probleme im paralympischen Sport. Schäfer spricht offen aus, was viele Athleten denken: "Wir Athleten sind jedes Jahr bereit, an den Start zu gehen und zu zeigen, was wir drauf haben. Doch leider zeigt sich immer wieder, wo der paralympische Sport in Sachen Organisation immer noch steht.“
Die Situation ist frustrierend, doch Schäfer behält den Blick nach vorne: "Wir müssen weiterhin hart arbeiten und uns auf die wenigen verbleibenden Möglichkeiten konzentrieren. Aber es ist höchste Zeit, dass die Verantwortlichen endlich handeln und die notwendigen Schritte unternehmen, um den paralympischen Sport in Deutschland wieder auf Kurs zu bringen.“ Die Athleten verdienen mehr als leere Versprechungen und kurzfristige Absagen – sie verdienen eine solide Basis und die Chance, ihr volles Potenzial zu entfalten.
