Panichelli jagt mbappés krone – ligue 1 ohne boss, voller drama

Ein Argentiner, der vor zwei Jahren noch am Kreuzband zog, sitzt jetzt auf dem Thron, den Kylian Mbappé sechs Mal in Folge warmgehalten hat. Joaquín Panichelli erzielte am Sonntag innerhalb von 18 Minuten das 2:3 in Nantes – und schon wieder trägt er die Torjägerkanone von Frankreich.

16 Treffer, 31 schüsse, ein name

Die Zahl klingt bescheiden, ist aber Gold wert: 16 Liga-Tore nach 29 Spieltagen. Dahinter lauert Mason Greenwood mit 15, Esteban Lepaul mit 14. Keiner dominiert, alle jagen. Panichelli bleibt vorn – dank zwei Bänkertoren, die Anthony Lopes „einfach brutal“ nannte. Der Torhüter von Nantes hatte keine Chance, weil Panichelli den Strafraum wie eine leere Autobahn betrat.

Der 21-Jährige erinnert sich gern an das Kreuzbandriss-Jahr 2023. „Komisch, aber das war das Beste, was mir passieren konnte“, sagt er zu Telefoot. Fünf Monate lang nur Kraftzimmer, kein Ball, dafür 5 kg Muskeln plus. Seitdem gewinnt er 45 Prozent seiner Zweikämpfe, davon 60 Kopfbälle – Platz neun und zehn in der Ligue-1-Statistik. Die Kreuzband-Pause war sein geheimer Personal-Trainer.

Giroud war sein netflix

Giroud war sein netflix

Als Jugendlicher schaute Panichelli Arsenal-Clips, um Olivier Giroud zu klauen. Linker Fuß, Hacke, Kopf – alles nachgeübt. Heute trifft er Giroud als Kollegen in der Liga. „Ich habe mir nie eine Trikotnummer gekauft, aber seine würde ich tragen“, sagt er lachend bei Bein Sports. Der Fan wird zum Konkurrenten.

Estrasbourg zahlte 17 Millionen Euro an Alavés – und erhält einen Spieler, der in Conference League und Coupe de France bereits vier weitere Tore nachlegt. Noch neun Liga-Spiele, Viertelfinale gegen Mainz, Halbfinale gegen Nizza. Panichelli kann leicht die 20-Marke knacken, vielleicht sogar Boutaïbs 21 vom damaligen Strasbourg überbieten. Die Jagd ist offen, die Krone noch ohne Inhaber.

Er selbst redet klein: „Ich versuche einfach, jeden Tag besser zu werden.“ Aber die Liga spricht laut. Wenn er im letzten Drittel allein gelassen wird, pfeift der Ball ins Netz – und die Franzosen fragen sich: War da nicht vor kurzem noch ein gewisser Mbappé?