Palhinha k.o. und blamiert: bayerns leihgabe trifft atlético mit vollem kopf

João Palhinha wollte aufräumen, landete stattdessen auf dem Rasen. 96 Minuten lang hatte Atlético Madrid Tottenham schon gepeinigt, dann schlugen sich die eigenen Leute.

Der Portugiese, bis Sommer vom FC Bayern ausgeliehen, sprinte seinem Abwehrkollegen Cristian Romero entgegen. Beide Köpfe knallten. Romero rappelte sich auf, Palhinha taumelte. Kabine. Gehirnerschütterung. Spiel zu zehnt.

Die nacht, in der spurs auseinanderfielen

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0:3 nach 15 Minuten, 1:5 nach 68 – und das im Champions-League-Achtelfinale. Igor Tudor nahm Keeper Antonín Kinsky raus, weil der Ball schon zweimal durch die Maschen zischte. Palhinha saß erstmals dieses Jahr in Europa überhaupt nicht im Kader, durfte erst beim Stand von 1:5 ran. Zu spät, um noch ein Zeichen zu setzen.

„Das ist ein Abbild unserer Lage“, sagte Tudor später. „Unfassbar. Alles läuft gegen uns.“ Die Worte klangen wie ein Freitod der Selbstvertrauens.

Für den 30-Jährigen ein Déjà-vu. Bayern hatte ihn nach London geschickt, weil er dort Spielzeit braucht – für eine 50-Millionen-Option, die niemand so recht ziehen will. Jetzt steht er mit einer Gehirnerschütterung da, ohne Einsatzrhythmus, ohne Perspektive.

Atlético feierte den fünften Treffer, als hätten sie das Skript vorher gelesen. Tottenham wirkte wie eine Mannschaft, die vergessen hat, wie Fußball funktioniert. Palhinhas Zusammenprall war nur die pointierte letzte Szene eines Abends, der in die Klubannalen als Totalschaden eingeht.

Am 11. März um 20:00 Uhr war die Uhr bei Spurs schon auf Endstation gestellt. Die Rückspiel-Aufgabe am 18. März in London? Ein Hirntrauma, ein 1:5-Rückstand – und eine Leihgabe, die erst einmal wieder lernen muss, wie man steht.