Pablo longoria rüstet river plate auf – spanier übernimmt sportchef-posten in buenos aires

Pablo Longoria packt die Koffer. Der 39-jährige Asturier verlässt Europa und unterschreibt beim größten Klub Südamerikas. River Plate bestätigt gegenüber MARCA den Konsens – nur seine Unterschrift fehlt noch.

Warum longoria jetzt buenos aires wählt

Sein Abgang beim Olympique Marseille liegt keine zwei Monate zurück. Statt auszuruhen, jagt er das nächste Projekt. Stefano Di Carlo, frisch als General Manager installiert, holte den Spanier gezielt. Gemeinsam mit Club-Idolen Enzo Francescoli und Leonardo Ponzio soll Longoria eine neue Sportdirektion formieren, die Transfers, Nachwuchs und kommerzielle Einnahmen unter einen Hut bringt.

Die Verhandlungen zogen sich über Wochen. River wollte klare Kompetenzen, Longoria wollte Handlungsfreiheit. Ergebnis: Er bekommt ein Budget plus Mitsprache bei allen sportlichen Entscheidungen. Keine Nebenrollen, keine Alibi-Position – volle Verantwortung für den 36-fachen argentinischen Meister.

Von marseille nach el monumental: ein karrieresprung mit risiko

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In der Provence baute er eine Scouting-Abteilung auf, strich zwölf Millionen Euro Gewinn durch Verkäufe wie Álvaro González und Duje Ćaleta-Car ein und rückte schließlich selbst in den Präsidentenstuhl. Die französischen Eigentümer lobten seinen „kombinierten Blick auf Zahlen und Taktik“. Doch nach fünf Jahren war der Zenit erreicht – interne Quellen sprechen von „kleinen Machtkämpfen mit Investoren“.

River Plate bietet ihm eine Bühne ohne Netz. Der Klub schied 2023 früh aus der Libertadores aus, die Titelseiten forderten „frisches Blut“. Longoria landet mitten im Sturm. Argentiniens Transferfenster öffnet am 20. Juli, also hat er gerade einmal fünf Wochen, um Kaderlücken zu stopfen und neue Einnahmequellen zu erschließen.

Die Zahlen: River generierte 2023 rund 84 Millionen Euro Umsatz, liegt aber 28 Millionen unter Boca Juniors. Sponsoren warten auf sportliche Signale. Longoria soll mit Datenmodellen junge Südamerikaner früh verpflichten, weiterentwickeln und mit Gewinn verkaufen – das klassische Buy-Low-Sell-High-Prinzip, das er in Marseille perfektionierte.

Was jetzt auf dem spiel steht

Was jetzt auf dem spiel steht

Fliegt er nach Buenos Aires, beginnt sofort der Countdown. Er muss Trainer Demichelis mit „seinen“ Spielern beliefern, die Academy auf Vordermann bringen und gleichzeitig die Geldgeber beruhigen. Keine leichte Aufgabe in einer Liga, in der schon ein 0:3 im Superclásico Trainerköpfe kosten kann.

Doch wer Longoria kennt, weiß: Er liebt genau diese Hitze. In Spanien sagt man über ihn, er habe „sangre de comerciante y ojo de scout“. Wenn er bei River liefert, dürfte der nächste Stopp Nationalteam-Direktor oder gar ein Großklub Europas winken. Scheitert er, versinkt er im Ruf, Südamerika sei „zu politisch“. Für ihn gibt es kein Dazwischen.

Die Fans auf beiden Kontinenten warten gespannt. Denn wenn Longoria Buenos Aires rockt, könnte der Exodus europäischer Fachkräfte nach Argentinien erst beginnen. Ein einziger Vertrag kann also einen ganzen Markt bewegen – und das weiß auch der Mann, der morgen den Flieger nach Ezeiza besteigt.