Oyarzabal erzielt doppelpack, flucht auf var: „die leute haben jedes recht, wütend zu sein“

Vallecas kochte, der VAR klickte – und am Ende stand ein 3:3, das niemand so richtig verdauen kann. Mikel Oyarzabal schoss die Real Sociedad auf 1:3, sah dann zu, wie der Rayo zweimal jubelte und zweimal leer ausging. Seine Reaktion: „Logisch, dass die Fans durchdrehen.“

Rayo trifft dreimal – zwei mal zählt es nicht

Die Szene des Tages: 83. Minute, Isi Palazón netzt zum vermeintlichen 3:3, das Estadio de Vallecas explodiert. Schiri Muñiz Ruiz legt sich die Hand ans Ohr, die bleierne Stimme aus Madrid meldet: Abseits, Millimeterwerk. Zwei Minuten später dasselbe Spiel, diesmal de Frutos. Zwischenpfiff, Wiederholung, Enttäuschung. Rayo-Trainer Iñigo Pérez wirbelt wie ein Wirbelsturm an der Seitenlinie, sein Anzugjacken-Reißverschluss hält dem Stress nicht stand.

Oyarzabal steht 35 Meter entfernt, atmet tief durch. „Du spielst, plötzlich steht’s 3:3, aber du kapierst nicht warum. Die Wartezeit zerreißt dich.“ Der Kapitän der Txuri-Urdin traf selbst zweimal – einmal per Foulelfmeter, einmal mit dem rechten Spann aus 13 Metern. Sein dritter Saisontreffer-Doppelpack in der Liga, aber die Zahlen interessieren ihn gerade null. „Wir haben gezittert statt zuzuschlagen“, sagt er, während um ihn herum spanische Reporter über mögliche Handspiel-Szenen diskutieren.

Real sociedad bleibt hängen – europa rückt weg

Real sociedad bleibt hängen – europa rückt weg

Mit 43 Punkten klebt die Real am achten Tabellenplatz wie Kaugummi an der Sohle. Ein Zähler Rückstand auf Getafe, zwei auf Betis. Noch sechs Spiele, darunter Gastspiele beim FC Barcelona und in San Mamés. „Wir dachten, wir machen heute den Sprung“, gibt Oyarzabal offen zu. Stattdessen wackelt die Europa-League-Position. Die Statistik nagt: Dreimal in Serie kassierte die Sociedad in den letzten zehn Minuten den Ausgleich. „Wir müssen lernen, Spiele totzumachen. Sonst wird das nichts mit unserem Ziel.“

Vallecas verlässt er mit schiefem Blick auf die Anzeigetafel. 3:3 – ein Ergebnis, das beiden Seiten weh tut. Rayo hatte den Sieg in der Tasche und musste ihn zweimal wieder herausgeben. Die Gäste aus San Sebastián fühhlten sich schon als Sieger, bis der VAR sie zurückholte. Oyarzabal zieht die Kapuze über, sein letzter Satz vor den Mikrofonen hallt durch den Gang: „Punkte verschenken tut weh. Am Ende zählen keine Ausreden, nur die Tabelle.“