Oyarbide: vom rad auf die halbmarathon-strecke – eine neue leidenschaft!
Lourdes Oyarbide, die ehemalige spanische Radsportlerin, hat in Ibiza ihre erste Halbmarathon-Distanz erfolgreich absolviert. Ein Debüt, das mehr als nur ein Finish bedeutet: Es ist der Start einer neuen sportlichen Reise, fernab der Peloton-Hektik und der gnadenlosen Leistungsdrucks.
Ein abschied vom rad, ein hallo zur laufbewegung
Noch vor wenigen Tagen sprach Oyarbide im Vorfeld des Rennens über ihre Neugier und die gewisse Nervosität, die mit einem Neuanfang einhergeht. Nun hat sie diese Gefühle hinter sich gelassen und bewiesen, dass der Umstieg vom Rad auf die Laufstrecke kein Kinderspiel ist – aber eine erfüllende Erfahrung.
„Ich bin super unerfahren“, hatte sie gewarnt, und das spiegelte sich in ihrer Herangehensweise wider. Ohne Chronometerdruck, ohne das Korsett des Leistungsstrebens, ließ sie sich von der Atmosphäre der Baleareninsel treiben. Es ging nicht um eine neue Bestzeit, sondern um das Entdecken einer neuen Facette des Sports, die sie lange Zeit vernachlässigt hatte.
Der Sprung vom Rad auf den Asphalt ist gewaltig. Nach zwölf Saisons im internationalen Radpeloton, gespickt mit nationalen Titeln in der Straßen- und Einerverfolgung, hat Oyarbide bewusst einen Schlussstrich gezogen. Es war ein Eingeständnis, dass die ständige Jagd nach Millisekunden ihren inneren Frieden störte. Nun genießt sie die Freiheit, sich neuen Herausforderungen zu stellen, ohne die Zwänge von Trainingsplänen und Leistungskennzahlen.
Ein besonderes Detail dieser Transformation sind die Blasen an ihren Füßen – ein unschönes, aber authentisches Zeichen des Umstiegs. Wer vom Fahrrad kommt, kennt diese Qual nicht. Sie zeugen von der Anpassung des Körpers an den harten Untergrund und den neuen Bewegungsablauf.
Die Halbmarathon-Distanz war für Oyarbide Neuland, aber sie kam mit einer soliden Grundlage an – wenn auch einer anderen Natur. „Das Einzige, was mir helfen kann, ist die Fähigkeit, Leid zu ertragen“, sagte sie vor dem Start. Diese mentale Stärke, die ihr im Radsport so oft zum Erfolg verhalf, bewahrte ihr auch in Ibiza die Kraft, die 21 Kilometer durchzuhalten.
Neben der sportlichen Herausforderung schätzte Oyarbide auch die Möglichkeit, das zunehmende Interesse der Frauen am Laufen zu beobachten. Die weibliche Beteiligung in Ibiza lag bei fast 50 Prozent. Sie wollte verstehen, was diesen Reiz ausmacht, und fand vielleicht schon zwischen Kilometer eins und 21 eine Antwort – nämlich die Freude am Bewegung und die Erfahrung, sich selbst zu überwinden, ohne den Druck eines Ergebnisses.
Die nächste Station für Oyarbide ist die Domusa Technic Trailrunning Veranstaltung, wo sie gemeinsam mit Íñigo Uriarte an den Start geht, um auf das Thema Schlaganfall aufmerksam zu machen. Ein neues Terrain, eine neue Aufgabe und eine weitere Gelegenheit, sich selbst zu testen. Diesmal warten keine Peloton-Kämpfe, keine Helme und keine schmalen Reifen, sondern Trailschuhe, Sand am Ziel und die unbändige Freude einer ehemaligen spanischen Meisterin, die mit einem Lächeln die Ziellinie überquert.

Ein neustart voller leidenschaft
Oyarbide hat sich von der Tirannei der Zahlen befreit und ihren Körper und Geist in einen Zustand der Freiheit und des Entdeckens versetzt. Sie genießt die Möglichkeit, sich von der Intuition leiten zu lassen und sich den Herausforderungen zu stellen, die sich ihr in den Weg stellen. Die Halbmarathon-Distanz in Ibiza war mehr als nur ein Rennen. Sie war ein Symbol für einen Neuanfang, ein Ausdruck von Leidenschaft und ein Beweis dafür, dass es nie zu spät ist, neue sportliche Ziele zu verfolgen.
