Outfit-pannen und strenge regeln: was eistänzer bei olympia wirklich tragen dürfen

Fast ein desaster bei olympia: gilles und poirier retten bronze

Ein knappes Finale für das kanadische Eistanzpaar Piper Gilles (34) und Paul Poirier (34)! Bei ihrer Kür am Mittwoch hätten sie beinahe ihre Bronzemedaille verloren. Eine Manschette von Poirier verfing sich in der Strumpfhose von Gilles – eine Situation, die angesichts der aufwendigen Kostüme im Eistanz durchaus passieren kann. Doch das wirft eine wichtige Frage auf: Welche Kleidung ist bei den Olympischen Winterspielen überhaupt erlaubt?

Strenge isu-regeln für eistanz-outfits

Strenge isu-regeln für eistanz-outfits

Die Internationale Skating Union (ISU) hat klare Vorgaben für die Kostüme im Eistanz. Es geht dabei nicht nur um die Sicherheit der Athleten, sondern auch um die Einhaltung bestimmter ästhetischer Standards. Zu viel freie Haut ist tabu. Die Outfits dürfen laut ISU-Bestimmungen „nicht den Eindruck übermäßiger Nacktheit erwecken, die für die Disziplin unangemessen ist“. Die Auslegung dessen, was „übermäßig“ bedeutet, bleibt jedoch subjektiv.

Expertenrat: vermeidung von risiken bei der kostümgestaltung

Expertenrat: vermeidung von risiken bei der kostümgestaltung

Lisa McKinnon, eine Kostümdesignerin aus Los Angeles, betont, dass sie bei der Gestaltung von Eistanz-Outfits auf bestimmte Aspekte achtet. „Ich würde blickdurchlässige Materialien vermeiden und besonders auf eine perfekte Passform achten, damit bei akrobatischen Elementen alles ausreichend bedeckt ist“, erklärt McKinnon. Po-Backen und Nippel sind tabu, so die klare Ansage.

„Zurückhaltend“ und „würdevoll“: die isu-vorgaben im detail

„Zurückhaltend“ und „würdevoll“: die isu-vorgaben im detail

Das ISU-Regelwerk schreibt vor, dass die Kostüme der Athleten „zurückhaltend, würdevoll und für sportliche Wettkämpfe angemessen“ sein müssen. Auffällige oder theatralische Designs sind unerwünscht. McKinnon verzichtet beispielsweise auf Outfit-Wechsel während der Aufführung. Ihr Design für die US-Eistänzerin Amber Glenn (26) bei den Olympischen Winterspielen 2026 beschreibt sie als „reif und sexy, aber nicht übertrieben“.

Die gefahr des eisberührungs-tabus

Die gefahr des eisberührungs-tabus

Ein weiterer wichtiger Punkt, der Gilles und Poirier fast zum Verhängnis geworden wäre: Kein Teil der Kleidung darf das Eis berühren. Kostümdesigner müssen daher besonders auf die sichere Befestigung aller Schmuckelemente achten. Ein Verstoß gegen diese Regel wird hart bestraft: Ein Punkt Abzug pro Verstoß – genauso viel, wie ein Sturz auf das Eis kosten würde.

Zeitaufwand und präzision: die arbeit der kostümdesigner

Angesichts der strengen Regeln ist es kein Wunder, dass Kostümherstellerinnen wie Lisa McKinnon viel Zeit und Mühe in ihre Arbeit investieren. Pro Outfit benötigt sie schätzungsweise 50 bis 100 Stunden. Jedes noch so kleine Detail wird penibel geprüft, um sicherzustellen, dass die Athleten optimal vorbereitet und regelkonform auf dem Eis stehen können. Es ist eine Kunstform für sich, die oft im Schatten des sportlichen Erfolgs steht.