Österreichs wm-hoffnungen: rangnick vor finaler kaderentscheidung
Wien – Die Stimmung im österreichischen Nationalteam ist euphorisch. Zwei souveräne Testspielerfolge gegen Ghana und Südkorea haben das Selbstvertrauen der Mannschaft enorm gesteigert. Doch für Teamchef Ralf Rangnick beginnt nun die schweißtreibende Aufgabe, seinen finalen Kader für die Weltmeisterschaft in Nordamerika festzulegen. Am 18. Mai steht die Verkündung an, und die Frage brennt bei Fans und Experten gleichermaßen: Wer gehört zum Kreis der Glücklichen, wer muss auf die Reise verzichten?
Die euphorie nach den testsiegen
Die Siege gegen Ghana (5:1) und Südkorea (1:0) waren mehr als nur Erfolge auf dem Papier. Sie sorgten für eine spürbare „positive Energie“, wie Rangnick nach den Spielen anmerkte. Die Spieler haben aufgezeigt, die Konkurrenz ist groß, und die Entscheidung wird ihm alles andere als leicht fallen. „Insgesamt ist es mal nicht einfacher geworden“, gestand der deutsche Trainer.

Die offenen kaderplätze und die konkurrenz
Obwohl Rangnick betonte, dass es keine „Casting“-Situation mehr geben werde, ist die Spannung spürbar. Bis zum 1. Juni muss die FIFA den 26-Mann-Kader vorliegen, und die letzten Tage werden entscheidend sein. Besonders um die Plätze 18 bis 23 herrscht ein erbitterter Kampf. Rangnick sprach von einem „großen Konkurrenzkampf“, bei dem jeder Spieler die Chance hat, sich zu empfehlen. Die Tagesform spielt dabei eine entscheidende Rolle.

Alaba und die innenverteidigung: ein schlüsselfaktor
Ein besonderes Augenmerk gilt der Fitness von David Alaba. Sein Comeback nach der Wadenverletzung gegen Südkorea (30 Minuten) verlief vielversprechend. Rangnick betonte, dass Alaba, sofern er gesund bleibt, „auf jeden Fall dabei“ ist. Die Konstellation in der Innenverteidigung hängt maßgeblich von Alabas Zustand ab. Marco Friedl hat in den letzten Lehrgängen seine Chance genutzt und sich als Linksfuß im Abwehrzentrum bewiesen. Auch Maximilian Wöber drängt auf seinen Einsatz, nachdem er von einer langwierigen Muskelverletzung zurückkam. Die Kombination aus einem Links- und Rechtsfuß in der Innenverteidigung ist für Rangnick wichtig, besonders im Spielaufbau.

Neulinge und die torwart-qual der wahl
Die ÖFB-Neulinge Paul Wanner und Carney Chukwuemeka können ebenfalls mit einem Platz rechnen, nachdem sie bei ihren Debüts überzeugt haben. Im Tor hat Rangnick hingegen „gar kein Problem“. Er spricht von einer „Qual der Wahl“ zwischen Alexander Schlager, Patrick Pentz und Florian Wiegele, wobei Pentz für seine Paraden gegen Südkorea besonders gelobt wurde. Tobias Lawal, Niklas Hedl und Nikolas Polster haben ebenfalls „alle Möglichkeiten“, sich zu empfehlen.

Ein „ugly win“ und die lehren aus italien
Der Sieg gegen Südkorea war zwar kein spielerischer Leckerbissen, aber ein wichtiger Erfolg. „Man muss auch mal einen ‚ugly win‘ holen“, so Rangnick. Die Partie erinnerte bereits an die möglichen Gruppenspiele gegen Jordanien und Algerien, in denen es um jeden Punkt gehen wird. Rangnicks Blick richtete sich zudem auf das überraschende Aus Italiens in der WM-Qualifikation. „Das zeigt, dass unsere Quali-Gruppe nicht so schlecht gewesen sein kann“, so der Teamchef, der die Aufstockung der WM-Teilnehmer auf 48 Teams als einen Faktor sieht. Die österreichische Nationalmannschaft hat nach 28 Jahren wieder die Chance, bei einer Weltmeisterschaft dabei zu sein – eine Leistung, die nicht zu unterschätzen ist.
